Solidarität für Deisswiler

Deisswil

Die Schliessung der Kartonfabrik Deisswil ist im Zentrum der 1.-Mai-Feierlichkeiten auf dem Bundesplatz gestanden.

Wetterfeste, entlassene Deisswiler Arbeiter halten trotz  Regen auf dem Bundesplatz die blaue Fahne hoch.

Wetterfeste, entlassene Deisswiler Arbeiter halten trotz Regen auf dem Bundesplatz die blaue Fahne hoch.

(Bild: Jürg Spori)

An der Spitze des 1.-Mai-Umzugs, der von der Kramgasse zum Bundesplatz führt, skandieren entlassene Deisswil-Arbeiter: «Eins, zwei, drei, Deisswil bleibt» und «Hopp Deisswil». Mit diesen Parolen protestieren sie gegen die Schliessung der Papierfabrik.

Zum Teil vermummte, schwarz gekleidete Aktivisten rufen «What Solution? Revolution!» Immer wieder feuern sie krachende Raketen ab und werfen Stinkbomben auf das Pflaster in den Gassen. Der Demozug durch die Kram- und Marktgasse verläuft friedlich.

Am Bärenplatz trennen sich die rund 100 Autonomen und ziehen durch die Spitalgasse übers Bollwerk zur Reitschule zum «Blockfest».

Die Abzockerei und die Schliessung der Kartonfabrik Deisswil standen auf dem Bundesplatz im Zentrum der 1.-Mai-Feier. Etwa 600 Personen nahmen an der Feier teil, die durch den Regen beeinträchtigt wurde. Prominentester Redner war der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, SP-Nationalrat Paul Rechsteiner.

Rechsteiner rief zu mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit auf. Seine Rede schloss er mit einem Appell zur Solidarität mit den über 200 Arbeitern der kürzlich geschlossenen Kartonfabrik Deisswil. 60 der Betroffenen waren an die Feier nach Bern gekommen. Auch eine Delegation der vom Stellenabbau betroffenen Berner Maschinenfabrik Wifag war anwesend.

«Deisswil ist eine skandalöse Schliessung», sagte Vania Alleva, Mitglied der Geschäftsleitung der Gewerkschaft Unia. «Der weltweit führende Kartonhersteller Mayr-Melnhof hat 2009 ein hervorragendes Ergebnis erzielt und macht enorme Renditen», rief Vania Alleva vor dem Bundeshaus.

Berner Zeitung

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