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So will Gümligen wachsen

Verdichtete Wohnbauten, Büros und Gewerbe, ein neuer Platz, ein Park und ein Hochhaus: Nun ist klar, wie sich das Lischenmoos in Gümligen in den nächsten Jahrzehnten zum neuen Zentrum der Gemeinde entwickeln soll.

Heute eine Gewerbefläche, künftig ein Wohnquartier: Das Lischenmoos dürfte sich bald verändern.
Heute eine Gewerbefläche, künftig ein Wohnquartier: Das Lischenmoos dürfte sich bald verändern.
Stefan Anderegg

Wirklich gute Argumente, weshalb man sich im Lischenmoos aufhalten sollte, gab es bisher nicht. Auf dem Dreieck neben dem Bahnhof Gümligen stehen Garagen, Abstellplätze und Container. Der Standort: zwischen unspektakulär und trostlos. Das dürfte sich in den kommenden Jahren komplett ändern. Denn das Areal im Ortskern von Gümligen ist dank Bahn, Tram, Bus sowie Autobahn in der Nähe bestens gelegen.

Dazu kommen Schule, Sportanlagen und Einkaufsmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung, die den Standort interessant machen. Längst hat die Gemeinde das Potenzial des Areals von der Grösse von acht Fussballplätzen erkannt. Und sie hat Grosses damit vor: Das Lischenmoos soll sich zum neuen Hauptzentrum der Gemeinde entwickeln. Will heissen: Wohnraum im grossen Stil statt eine schlecht genutzte Gewerbefläche.

Hochhaus statt Wolkenkratzer

Um die Entwicklung voranzutreiben, hat das Muriger Parlament letztes Jahr rund 800'000 Franken für eine erste Testplanung bewilligt. Planungsteams machten sich daraufhin an die Arbeit und entwarfen verschiedene Visionen davon, wie sich das Areal künftig entwickeln könnte. Gestern hat die Gemeinde nun die ersten Ergebnisse vorgestellt. «Das Ganze hat sich konkre­tisiert», sagte Thomas Hanke, Gemeindepräsident von Muri (FDP), und erläuterte die Stossrichtung, die man nun weiterverfolgen wolle.

Grob skizziert sieht diese folgendermassen aus: Auf dem Areal soll ein neues verdichtetes Quartier entstehen mit Platz für mehrere Hundert Personen, darunter insbesondere Familien. Angedacht sind sechs- bis achtgeschossige Gebäude, die nebst Wohn- auch Büro- und Gewerbeflächen beinhalten. «Wichtig war uns, dass ein lebendiges Quartierleben möglich ist», so Hanke. Im Sinne eines Treffpunkts ist deshalb südlich des Bahnhofs ein neuer Platz geplant.

Im erweiterten Perimeter beim Sportplatz Füllerich soll zudem ein Park entstehen. Weiter will die Gemeinde die Dorfstrasse in eine Art Boulevard verwandeln und auf dem Melchenbühlplatz – wegen ausgiebiger Rotphasen der dortigen Ampeln auch roter Platz genannt – einen Kreisel bauen. Und: Einen Katzensprung entfernt vom geplanten Platz könnte ein Hochhaus zu stehen kommen, so die Idee. Dieses wäre aber nicht mehr als 50 Meter hoch. Die Vision eines Wolkenkratzers, wie sie ein Planungsteam hatte, ist damit vom Tisch.

Viele Eigentümer betroffen

Von heute auf morgen wird das verdichtete Zentrum im Lischenmoos allerdings nicht stehen. Die Gemeinde rechnet mit einer schrittweisen Umsetzung über die nächsten Jahrzehnte. Ein Grund dafür sind auch die etwas komplizierten Besitzverhältnisse vor Ort. Denn: Vom Bauvorhaben sind mehrere Dutzend Landeigentümer betroffen.

Die Gemeinde versucht nun, sie für das Grossprojekt ins Boot zu holen, und prüft allfällige Alternativstandorte für Gewerbler etwa im Tannental. Noch ein Wörtchen mitzureden haben zudem die Muriger Stimmberechtigten. Sie werden voraussichtlich 2020 an der Urne über die Planung befinden können.

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