So sieht der neue Kursaal aus

Bern

Der Kongress- und der Spielbereich im Berner Kursaal wurden gestern nach zweijähriger Umbauzeit neu eröffnet. Prunkstücke sind die neu gestaltete Arena sowie das Foyer mit unglaublichen Illuminationseffekten.

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Würde das Licht im Foyer des Berner Kursaals jede Minute die Farbe wechseln, würde der Raum in den nächsten 7800 Jahren nie im gleichen Farbton strahlen. Die neu eingebauten LED-Chips in den 820 Leuchten können nämlich 4,2 Milliarden Farbtöne erzeugen. «Ich glaubte zuerst an einen Rechenfehler», meinte Architekt Robert Braissant (Büro B Architekten und Planer), der an der gestrigen Medienorientierung über die Highlights moderner Lichttechnologie sprach. Jene im Kursaal sei schweizweit einmalig. Dabei habe der Stromverbrauch gegenüber der alten Anlage um 80 Prozent reduziert werden können.

In den letzten zwei Jahren hat die Kongress+Kursaal Bern AG rund 35 Millionen Franken für den Umbau und die Sanierung des Hauses investiert. Gestern wurde der neue Kongressbereich eröffnet. Verwaltungsratspräsident Daniel Frei sprach von einem «epochalen Moment» in der Geschichte des Kursaals. Und Direktor Patrik Scherrer meinte: «Heute hat die Zukunft des Kursaals begonnen.» Die grosse Stärke des Hauses sei die Angebotsvielfalt: Gastronomie, Events, Kongresse und Spielcasino.

Arena in neuem Licht

Das Herz der Kongresswelt sind die sorgfältig renovierte Arena sowie das neue Foyer. Beide Lokalitäten bieten Platz für je 1500 Gäste. In der 800 Quadratmeter grossen Arena wurde eine neue Bühne installiert. Die alte, unzeitgemässe stammte aus den 1950er-Jahren. Man habe sie nicht mehr sanieren können, meinte VR-Präsident Frei, der Letzte, der dies gekonnt habe, sei 90 Jahre alt geworden. Auftretende werden künftig nicht mehr aus dem Untergrund hochgefahren. Der Zugang zur Bühne erfolgt neu via Backstagebereich. Die Arena selbst präsentiert sich heller und geräumiger. Die Ränge zwischen den Tischen sind grösser geworden, die ewig gleich roten Vorhänge sind verschwunden, die neuen, hellen können mit diversen Farben angespielt werden. Für multimediale Shows wurden eine 14 Meter lange Leinwand sowie mehrere Regieräume installiert. Die Arena wurde praktisch bis auf die Grundmauern zurückgebaut. Geblieben sind einzig die denkmalgeschützten, geschwungenen Aufgänge zur Balustrade.

Bar mit Sicht auf die Stadt

An die Arena grenzt das 2000 Quadratmeter grosse Eventforum. Der grosszügige, zur Stadt ausgerichtete Raum mit seiner Glasfassade wird für Empfänge, Bankette oder Ausstellungen genutzt. An der Decke hängen 80000 wellenförmig angeordnete Aluminiumzylinder, worin sich die Leuchten befinden. Der helle Terrazzo-Boden (eine Mischung aus weissem Marmor und weissem Zement) macht, dass das Licht reflektiert wird. Die Raumaufteilung kann im Foyer je nach Veranstaltung individuell gestaltet werden. Fix installiert wurde die «K Bar & Lounge», Tresen mit Sicht auf die Stadt.

Küche und Casino sind grösser

Insgesamt stehen im Kursaal nun 27 Räume von 20 und 2000 Quadratmetern für die unterschiedlichsten Anlässe zur Verfügung, darunter auch die beiden exklusiven Boardrooms Alpha und Opus. Sie sind mit allem Luxus ausgestattet. Luxuriös und mit dem letzten Schrei der Technik ausgerüstet ist auch die neue Event- und Produktionsküche. Sie ist zweistöckig und wurde um 600 auf 1400 Quadratmeter vergrössert. Um ein Drittel grösser geworden (plus 500 Quadratmeter) ist zudem das Casino. Die Zugänge zum Spielbereich und zur Arena verlaufen neu getrennt.

Man sei den Anforderungen an internationale Anlässe gewachsen, sagte Direktor Patrik Scherrer. Er will jährlich sechs bis acht grosse Kongresse nach Bern holen. Für 2013 seien bereits vier gebucht. «Wir möchten dazu beitragen, dass sich Bern über die Landesgrenzen hinaus einen Namen als Kongressstadt macht», sagte Scherrer.

Berner Zeitung

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