Skywork verbrannte Millionen

Belp

Over and out: Das Regionalgericht hat über Skywork den Konkurs eröffnet. Gemäss den Unterlagen verbrauchte die Fluggesellschaft in nur einem Monat über eine Million Franken.

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Das Aus für die Berner Airline Skywork ist gut eine Woche nach dem Grounding definitiv. Das ­Regionalgericht Bern-Mittelland hat gestern ihrem Konkursantrag zugestimmt. Damit bestätigte das Gericht, dass die von Martin ­Inäbnit geführte Firma überschuldet ist und keine Aussichten auf eine Sanierung bestehen.

Ein Konkursaufschub kam nicht in Betracht, weil weder ­Skywork noch Gläubiger dies beantragt hatten. Eine Alternative ­wäre gewesen, Skywork in einem Nachlassverfahren für eine ­bestimmte Zeit vor den Ansprüchen der Gläubiger zu schützen, damit die Firma eine Sanierung hätte starten können.

Rote Zahlen ohne Ende

Doch die finanzielle Lage ist hoffnungslos: Gemäss den Unterlagen des Gerichts war Skywork eigentlich bereits Ende 2017 überschuldet. Der Jahresverlust sei zwar geringer als im Jahr 2016 gewesen, aber höher als erwartet. Die Revisionsstelle habe damals vom Gang zum Konkursrichter nur abgeraten, weil Darlehen mit Rangrücktritt vorlagen. Diese Geldgeber erhalten ihre Darlehen beim Konkurs erst zurück, wenn alle anderen Forderungen gedeckt sind.

Dank dieser Darlehen dürfte Skywork nach dreitägigem Flugverbot im Herbst 2017 die ­Betriebsbewilligung vom Bundesamt für Zivilluftfahrt zurückerhalten haben. Aber auch 2018 zeichneten sich rote Zahlen ab: «Skywork gelang es in den ersten Monaten 2018 offenbar nicht, die wirtschaftliche Situation der ­Gesellschaft wie erhofft zu verbessern», heisst es in der Konkurseröffnung.

Das Gericht macht dies mit ­einigen Bilanzzahlen deutlich: Im Mai hätten die Aktiven nicht einmal mehr das kurzfristige Fremdkapital gedeckt. Es waren also nicht mehr genug Guthaben da, um die bald fälligen Schulden zu bezahlen. Und allein im Juni schrumpften die Aktiven von rund 11,4 auf 9,6 Millionen Franken. Die kurzfristigen Schulden nahmen derweil zwar auch um 0,6 Millionen auf 11,4 Millionen Franken ab. Netto verbrauchte Skywork aber in einem Monat 1,2 Millionen Franken.

«Business Angel» gab auf

Um die Überschuldung jetzt noch abzuwenden, hätte Skywork laut Gericht kurzfristig 1,5 Millionen Franken benötigt. Und bereits Ende September ein weiteres Darlehen. Skywork-Chef Inäbnit verhandelte deshalb mit einem möglichen neuen Partner für die Fluglinie, damit diese hätte wachsen und aus den roten Zahlen fliegen können.

Doch diese Verhandlungen platzten Anfang der vergangenen Woche. Der mögliche Partner dürfte die in Medienberichten genannte deutsche Logistikfirma Zeitfracht gewesen sein. Inäbnit schreibt nämlich zum Konkursgesuch: «Nachdem die Verhandlungen mit einer deutschen ­Firma nicht zum Ziel geführt haben, hat der Hauptaktionär und Business-Angel entschieden, keine weiteren Gelder einzuschiessen.» Wer der Business-Angel ist, bleibt unklar. Martin Inäbnit hat stets Berichte zurückgewiesen, wonach es sein Bruder sei, der Unternehmer Walter Inäbnit.

Wie viel Geld noch da ist und was aus den Überresten der ­Firma gelöst werden kann, dies soll nun das Konkursamt herausfinden. Es hat gestern damit ­begonnen, das Mobiliar der in Belp ansässigen Airline und ­deren Bankguthaben zu sichern. Vorrang haben die Ansprüche der rund 120 Angestellten, die ihren Job verlieren. Die geschädigten Passagiere und die weiteren Gläubiger können ihre Forderungen dagegen noch nicht anmelden. Wann es so weit ist, gibt das Konkursamt via Medien und auf www.skywork-konkurs.ch bekannt.

jw/sda

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