Skywork-Grounding überraschte Bundesamt

Die jetzige Situation von Skywork unterscheide sich von jener im Oktober 2017. Die finanzielle Situation von Skywork habe sich Anfang Woche schlagartig verändert.

Bazl-Sprecher Urs Holderegger sagt, die finanzielle Situation von Skywork habe sich Anfang Woche schlagartig verändert.

Bazl-Sprecher Urs Holderegger sagt, die finanzielle Situation von Skywork habe sich Anfang Woche schlagartig verändert.

(Bild: PD)

Vor knapp einem Jahr stand die Berner Fluggesellschaft schon einmal ganz knapp vor dem endgültigen Aus. Im Herbst 2017 war Skywork nicht mehr in der Lage, den Winterflugplan 2017/2018 zu finanzieren.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) informierte damals aktiv über das Geschehen. Es befristete die Betriebsbewilligung auf Ende Oktober 2017 und gab der Airline Zeit, die nötigen Geldmittel aufzutreiben. Skywork musste den Flugbetrieb für einige Tage einstellen.

Auch danach hielten Behörden ihre Kommunikation aufrecht: Am 31. Oktober 2017 gaben sie bekannt, dass Skywork wieder eine unbefristete Betriebsbewilligung erhalten hat. Passagiere hatten so die Möglichkeit, sich auf die neue Situation einzustellen.

Nun kam das Grounding für die Öffentlichkeit ohne Vorwarnung. Es stellt sich die Frage, warum das Bazl die Passagiere nicht rechtzeitig über die Vorgänge bei Skywork informieren konnte.

Investoren haben Zusagen zurückgezogen

Bazl-Sprecher Urs Holderegger sagt, die finanzielle Situation von Skywork habe sich Anfang Woche schlagartig verändert. Investoren hätten ihre Zusagen für eine Beteiligung zurückgezogen, worauf die Airline ihre Betriebsbewilligung freiwillig zurückgegeben habe.

«Wir hatten bereits im Juni festgestellt, dass Skywork wieder in Schwierigkeiten steckt», sagt Holder­egger. «Die Gesellschaft konnte uns aber glaubwürdig aufzeigen, dass eine Lösung möglich ist. Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen.»

Vor Jahresfrist sei die Ausgangslage eine andere gewesen als jetzt, sagt Holderegger. Das Bundesamt habe damals zwar frühzeitig bemerkt, dass Skywork Probleme gehabt habe. Es habe aber keinen klar erkennbaren Investor gegeben.

Aus diesem Grund sei der Gesellschaft damals eine Frist gesetzt worden. «Als dieser Stichtag nicht erfüllt wurde, wurde Skywork die Betriebsbewilligung vorläufig entzogen. Die Zusage eines neuen Investors kam erst während des temporären Groundings zustande», so Holderegger. Seit Oktober 2017 stand Skywork unter erhöhter Aufsicht des Bundes.

Berner Zeitung

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