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Skywork braucht jetzt ein Wunder

Die Luft wird dünn für Skywork. Sie hat bloss noch am Samstag Zeit, das für den Winterflugplan nötige Geld aufzutreiben. Geschieht nicht ein Wunder, bleiben die Flieger ab Sonntag am Boden.

Für Skywork sieht es düster aus, morgen droht das Grounding.
Für Skywork sieht es düster aus, morgen droht das Grounding.
Raphael Moser

Am Freitagmittag dürften sich einige gefragt haben, ob das Grounding von Skywork begonnen hat. Denn die Berner Airline strich den Flug nach London, zudem versah sie auf der Abflugtafel die Verbindungen nach Amsterdam und München mit erheblicher Verspätung.

Doch um 14 Uhr hob eine Skywork-Maschine pünktlich nach Berlin Tegel ab. Sibylle Hartmann – Journalistin dieser Zeitung, die vor einiger Zeit diesen Flug gebucht hatte – sagte nach der Landung, man habe nichts von den Problemen von Skywork gemerkt. Die Sitzplätze in der Maschine seien trotz der unsicheren Zukunft der Airline zu etwa zwei Dritteln belegt gewesen. Allerdings hätten sich viele Passagiere erkundigt, ob ihr Rückflug stattfinden werde. Diese Frage konnte das Personal nicht beantworten. «Uns wurden bloss Informationen per Mail in Aussicht gestellt», berichtete Hartmann.

Auch vom Skywork-Sitz in Belp gab es bis am Abend keine Entwarnung. Der Flugbetrieb laufe aber vorerst normal weiter, sagte Skywork-Sprecher Max Ung­richt. Die eine Flugannullation sei den Passagieren schon vor Tagen angekündigt worden, und die Verspätungen hätten organisatorische Gründe gehabt. Es gebe keinen Zusammenhang damit, dass Skywork am Sonntag das Grounding droht.

120 Beschäftigte zittern

Nur noch bis Samstagabend hat das Unternehmen dafür Zeit, dem Bundesamt für Zivilluftfahrt zu belegen, dass es den dann beginnenden Winterflugplan finanzieren kann. Sonst entzieht die Aufsichtsbehörde Skywork die Betriebsbewilligung. 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen um den Job zittern. Eine Pleite würde auch den Flughafen Bern und Lieferanten schwer belasten.

Wie viel Geld Skywork benötigt, blieb offen. «Die Gespräche mit möglichen Investoren laufen intensiv», bekräftigte Ungricht, ohne Namen der Gesprächspartner zu nennen. Im Fokus seien aber nicht mehr Geldgeber aus der Region, denen der Fortbestand der Berner Airline am Herzen liegt. Hier ist die Zitrone wohl ausgepresst. Sondern es seien klassische Investoren, die auch eine Anlagerendite erwarten. Daher kann es für die Airline nicht darum gehen, bloss den traditionell defizitären Winterflugplan finanzieren zu wollen.

Status quo ist keine Option

Gesucht wären genügend Mittel, damit Skywork auch mit dem Aufbau neuer Basen beginnen kann: Denn mit Verbindungen allein von Bern aus könne keine Fluggesellschaft in der Grösse von Skywork überleben, sagte Firmenchef Martin Inäbnit schon vor zwei Jahren. Neben Bern-Belp setzt er weiterhin auf Flüge ab Basel. Hinzu kommen sollen ein bis zwei weitere Hauptflughäfen für Skywork, sagt Ung­richt. Die Pläne seien bereit.

Sind das nur Luftschlösser? Ein Branchenexperte, der anonym bleiben will, sagt dazu, Inäbnit und sein Team seien keine Fantasten, sondern hätten seriöse Geschäftspläne ausgearbeitet. Aber es fehle das Geld dazu, das notwendige Wachstum zu finanzieren.

Am Samstag plant Skywork zwei Routen: von Bern nach Berlin und nach Palma de Mallorca. Der Rückflug von der spanischen Ferieninsel wird um 20.40 Uhr erwartet. Ob Skywork danach je wieder fliegen wird, ist immer fraglicher geworden.

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