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Sitz-Streik gegen Miss-Wahl

Während der Miss-Schweiz-Wahl ist es zu Protesten «gegen Sexismus und der Zurschaustellung von Frauen» gekommen. Aufgrund von weiteren Vorfällen in der Nacht auf Sonntag sind insgesamt 20 Personen festgenommen worden.

Am 11. Oktober wurde auf dem Berner Bundesplatz die Miss-Schweiz-Wahl durchgeführt-
Am 11. Oktober wurde auf dem Berner Bundesplatz die Miss-Schweiz-Wahl durchgeführt-
Auch knapp zwei Monate nach der Miss-Schweiz-Wahl sind die Umstände des Polizeieinsatzes gegen die Teilnehmer einer Protestaktion weitgehend ungeklärt.
Auch knapp zwei Monate nach der Miss-Schweiz-Wahl sind die Umstände des Polizeieinsatzes gegen die Teilnehmer einer Protestaktion weitgehend ungeklärt.
zvg
Die Demonstranten mischten sich an der Wahlnacht unter die Zaungäste, welche die Live-Show via Public-Viewing vor dem roten Teppich verfolgten (11. Oktober 2014).
Die Demonstranten mischten sich an der Wahlnacht unter die Zaungäste, welche die Live-Show via Public-Viewing vor dem roten Teppich verfolgten (11. Oktober 2014).
Martin Bürki
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Die Miss-Schweiz-Wahl im «Swiss Dome» vor dem Bundeshaus am Samstagabend zog eine Menge Zaungäste an. Alle wollte sie einen Blick durch das transparente Zelt auf die Schönheiten werfen.

Die Menschenmenge neben dem roten Teppich, welche die Live-Show via Public-Viewing mitverfolgte, wurde von einer Gruppe von Demonstranten aufgemischt, die kleine Transparente aus Pappkarton in die Höhe hielten und Flyer verteilten. Eine weitere Gruppe, die laut Angaben der Kantonspolizei Bern versucht hat, via Käfggässchen auf den Bundesplatz zu gelangen, veranstaltete einen Sitz-Streik.

Als die Demonstranten mehreren Aufforderung durch die Polizisten, den Platz zu verlassen, nicht nachgekommen sind, wurden sie zur Kontrolle auf eine Wache gebracht, wie die Kantonspolizei Bern in einem Communiqué vom Sonntagnachmittag schreibt.

Laut einer Medienmitteilung der JUSO Stadt Bern handelte es sich um «eine friedliche Protestaktion gegen Sexismus und der Zurschaustellung von Frauen». Rund 20 hätten an der Demonstration teilgenommen, unter ihnen neun Mitglieder der JUSO.

Auf Kosten der Steuerzahler

«Dass dies dann noch alles auf Kosten der Steuerzahler passiert, weil es angeblich ein ‹Charity-Anlass› sei, ist der Gipfel», so Tamara Funiciello, Mediensprecherin der JUSO Stadt Bern. Die JUSO störe sich vor allem über das unverhältnismässige Vorgehen der Polizei,

Die Junge Alternative JA! kritisiere den «unverhältnismässigen Einsatz der Polizei ebenfalls scharf und wehrt sich gegen die sexistische Show», wie es in einer Mitteilung vom Sonntag heisst.

Weitere Vorfälle

In der Nacht auf Sonntag ist es in Bern aus polizeilicher Sicht zu weiteren Vorfällen gekommen. So haben kurz nach 4.00 Uhr im Bereich Hodlerstrasse rund ein Dutzend vermummte Personen Flaschen gegen das Polizeigebäude, angrenzende Liegenschaften und abgestellte Fahrzeuge geworfen.

Da die Polizisten während der Anhaltung durch Flaschenwürfe angegriffen wurden, setzten sie zum Eigenschutz Gummischrot ein, heisst es in der Mitteilung weiter. Es kam Sachbeschädigungen an Fahrzeugen.

Insgesamt sind in der Nacht auf Sonntag 20 Personen - darunter sieben Jugendliche - festgenommen worden. 18 von ihnen konnten noch in der Nacht wieder entlassen werden.

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