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94'000 Franken für ein paar Bänke

Die Stadt Bern wandelt drei Parkplätze temporär in Sitzplätze um. Von der neuen Gemütlichkeit auf den Parklets sollen die nahen Geschäfte profitieren.

Bis Ende Oktober wird der Berner Waisenhausplatz zu einem «Zócalo», spanisch für Sockel oder Podest.
Bis Ende Oktober wird der Berner Waisenhausplatz zu einem «Zócalo», spanisch für Sockel oder Podest.
Stadt Bern/PD
«Zócalo»: So heissen in etlichen mexikanischen Städten zentrale Plätze, wo sich die Menschen treffen, plaudern und ausruhen.
«Zócalo»: So heissen in etlichen mexikanischen Städten zentrale Plätze, wo sich die Menschen treffen, plaudern und ausruhen.
Stadt Bern/PD
Mit diesen kleinen Aufbauten werden Parkplätze zu Sitzecken zum Verweilen.
Mit diesen kleinen Aufbauten werden Parkplätze zu Sitzecken zum Verweilen.
Keystone
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Parklets? Es wird unumgänglich, diesen Fachbegriff aus der Pop-up-Kultur in den persönlichen Alltagswortschatz einsickern zu lassen, wenn man in der Stadt Bern noch mitreden will. Unter einem Parklet versteht man eine vornehmlich aus Holz bestehende, mobile Elementkonstruktion, mit der man einen Parkplatz vorübergehend in eine urbane Freiluftsitzecke verwandelt.

Die Erfindung des Parklets wird der kalifornischen Stadt San Francisco zugeschrieben, wo 2010 erste operative Parkplatzumwandlungen stattfanden, die dann in ein staatliches Programm namens «Pavement to Park» (Strassenbelag zu Park) mündeten. Jetzt ist auch die Stadt Bern ein bisschen San Francisco.

Baudirektorin Ursula Wyss (SP) weihte auf ihrer Mission zur Belebung des öffentlichen Raums an der Zeughausgasse die (mutmasslich) schweizweit ersten drei Parkletinseln ein, die nicht nur die Aufenthaltsqualität erhöhen, sondern auch wirtschaftliche Impulse verleihen sollen.

Hergestellt wurden die Parkplatzmöbel in der städtischen Tiefbaudirektion (Kostenpunkt: 94'000 Franken). Die Platzierung in der für den Zulieferverkehr wichtigen Zeughausgasse rangen sich Wyss und die Berner Wirtschaft in einem Kompromiss ab, wie Sven Gubler, Direktor der Innenstadtvereinigung Bern City, bestätigt. Zwar gebe man einige Taxi- und Anlieferparkplätze preis.

Aber die vom Onlinehandel gebeutelten Innenstadtgeschäfte versprechen sich vom Attraktivermachen durch die Parklets längere Aufenthaltszeiten der Stadtbesucher. Und eine dadurch gesteigerte Einkaufslust. Ursula Wyss steht plötzlich da wie eine Wirtschaftsfördererin.

Auf den unbedienten Parklets besteht null Konsumationszwang, man darf Mitgebrachtes essen und trinken. Die Stadt sorgt für die Reinigung. Der Versuchsbetrieb dauert, bewilligungsfrei, 60 Tage.

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