Sie ist parteilos und leitet das Parlament

Worb

Christa Kühn (parteilos) ist neue Präsidentin des Parlaments. Die Gerontologin und frühere Lehrerin empfindet das Amt als Ehre, hat aber auch Respekt davor.

Höchste Worberin: Christa Kühn, neue Präsidentin des Parlaments.

Höchste Worberin: Christa Kühn, neue Präsidentin des Parlaments.

(Bild: zvg)

Nur die wenigsten Parlamentsmitglieder können ein Jahr lang den Grossen Gemeinderat (GGR) präsidieren. Und wer höchster Worber oder höchste Worberin wird, gehört dem Gremium meistens schon längere Zeit an. Nicht so Christa Kühn. Die 57-Jährige rutschte im Frühling 2010 in den GGR nach. Knapp drei Jahre später leitet sie nun die Sitzungen. Das Parlament hat sie gestern Abend in stiller Wahl zur Präsidentin gewählt.

Der steile Aufstieg hat mit ihrem Vorgänger Urs Gerber (Grüne) zu tun. Er musste nach seiner Wahl zum Gesamtschulleiter das Parlament verlassen. Die parteilose Christa Kühn ersetzte ihn und nahm gleich dessen Platz als Stimmenzähler ein. Der Weg zur zweiten und ersten Vizepräsidentin des Grossen Gemeinderates war damit eingeschlagen, weil diese Ämterlaufbahn in Worb in der Regel vorgegeben ist. «Ich bin sozusagen ins Amt katapultiert worden, sagt sie.

Altersfragen sind ihr Hobby

Nun hat Kühn also die oberste Sprosse erklommen. «Ich empfinde es als grosse Ehre», sagt sie, bekennt aber gleich, dass sie Respekt vor dem Amt hat. Sie hoffe, in schwierigen Situationen, etwa bei verschiedenen Anträgen aus dem Rat, das Richtige zu tun. «Ich verlasse mich dann auf meine Helfer im Ratsbüro.»

Die neue Präsidentin lebt seit 27 Jahren in Worb. Ihre zwei Kinder sind erwachsen. Kühn war früher als Lehrerin tätig. Später bildete sie sich an der Berner Fachhochschule in einem Nachdiplomstudium zur Gerontologin (Fachfrau für Altersarbeit) weiter und arbeitete als Pflegerin in der Gerontopsychiatrie. Altersfragen, vor allem die Problematik rund um Demenz oder Wohnformen für Senioren, beschäftigen Christa Kühn noch heute. Es sei ihr eigentliches Hobby, sagt sie.

Ihre politische Laufbahn geriet ins Wanken, als die Grünen Worb letztes Jahr beschlossen, nicht mehr zu den Wahlen anzutreten, weil keine Kandidaten zu finden waren. Ausser Christa Kühn. Sie war bereit, für eine weitere Legislatur zu kandidieren. Schliesslich tat sie es auf der Liste der SP – wieder als Parteilose. Und wurde prompt gewählt.

Politische Kultur fördern

Änderungen im Ratsbetrieb will Kühn nicht vornehmen. Es gehe ihr vielmehr darum, die Sitzungen gut zu leiten. Mit Blick auf die Turbulenzen im Wahljahr will sie mithelfen, «dass Worb zur politischen Kultur zurückfindet». Mit politischen Bemerkungen sollte sich die Präsidentin zurückhalten. Das falle ihr nicht schwer, sagt Kühn. «Wichtig ist mir, dass im Rat eine positive und konstruktive Stimmung herrscht.»

Zum ersten Vizepräsidenten wurde gestern Gregor Messerli (FDP) gewählt, zum Vize Brigit Raymann (SP), beide in stiller Wahl.

Berner Zeitung

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