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Selbstverteidigungskurs für alle Mitarbeitenden

Weil sich die Übergriffe auf Mitarbeitende des Amts für Erwachsenen- und Kindesschutz in letzter Zeit gehäuft haben, werden die Angestellten jetzt in einen Präventions- und Selbstverteidigungskurs geschickt.

Zwei bis drei Übergriffe auf Mitarbeitende des Amts für Erwachsenen- und Kindesschutz gebe es im Schnitt pro Jahr, sagt Abteilungsleiterin Ester Meier. Aber so etwas wie im vergangenen August hat sie noch nie erlebt: «Ein Klient sprach zuerst Drohungen aus, dann ging er mit einem Pfefferspray auf einen unserer Mitarbeiter los und sprühte ihm damit ins Gesicht.» Ester Meier war eine der Ersten, die zu Hilfe eilten. «Unsere Mitarbeitenden haben einen Alarmknopf, den sie im Notfall bedienen.» Innert kürzester Zeit seien auch Sanität und Polizei im Büro gewesen.

Dreitägiger Kurs

Obwohl es im Amt seit Jahren ein Sicherheitskonzept gibt, hat man sich nach diesem jüngsten Vorfall entschieden, alle Mitarbeitenden in einen Gewaltpräventionskurs zu schicken, wo unter anderem einfache Selbstverteidigungsgriffe erlernt werden. Drei Tage dauert der Kurs, der vom Verein Tooa aus Steffisburg angeboten wird. Die Kurskosten für die rund neunzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betragen 8000 Franken. Meier: «Das kommt in jedem Fall billiger, als wenn einem unserer Mitarbeiter etwas passieren würde.» In mehreren Workshops vermittelt der Verein Tooa einfache Tipps und Verhaltensregeln, etwa zur Büroeinrichtung oder zur Gesprächsführung. «Am dritten Tag werden uns einfache Selbstverteidigungstechniken beigebracht», sagt Ester Meier.

«Problematische Kunden»

Das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz führt Beistandschaften für Kinder und Erwachsene aus. Die Klienten, die wegen mangelnder Urteilsfähigkeit vom Amt betreut werden und dort das ihnen zustehende Geld abholen, seien «zum Teil problematisch», erzählt Meier. Viele seien psychisch beeinträchtigt. Immer öfter würden ihre Mitarbeitenden bedroht.

Bisher waren die Angestellten des Amtes in loser Folge von Polizisten in halbtägigen Kursen geschult worden. «Nach dem Vorfall vom Sommer waren wir aber alle der Meinung, dass dies nicht mehr reicht», sagt Meier. Es gehe nicht darum, die Mitarbeitenden zu Nahkämpfern auszubilden. «Aber sie sollen wissen, wie sie sich im Notfall verhalten müssen», sagt sie.

Dass die Mitarbeitenden selber mit einem Pfefferspray ausgerüstet werden, kommt für Ester Meier aber nicht in Frage: «Wir wollen unseren Klienten helfen und sie nicht bedrohen oder verletzen.»

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