Selbst ist die FDP

Bern

BZ-Redaktor Christoph Hämmann über die Strategie Berner FDP vor den Gemeinderatswahlen.

Christoph Hämmann

Seit einem Jahr bettelt die FDP die SVP an, sie möge mit ihr in die Berner Gemeinderatswahlen ziehen. So wäre Alexandre Schmidt so gut wie sicher wiedergewählt. Weil die Rechte zu schwach ist für zwei Sitze, ist indes die Rechnung der SVP legitim: Als grössere der beiden Parteien will sie den Sitz holen, zu dem sie die letzten drei Mal der FDP verhalf.

Es wäre an der Zeit, dass die FDP ihre Strategie ändert und beginnt, sich als konstruktive bürgerliche Kraft zu positionieren. Wieso soll jemand die FDP wählen, wenn sich diese als SVP- Kopie gebärdet? Bisheriger Höhepunkt der freisinnigen Selbsterniedrigung war das Buhlen um Alt-Rocker Jimy Hofer, der aber lieber auf die SVP-Liste ging.

Auf der Karnevalsliste der SVP ist Hofer gut aufgehoben. Für die FDP müsste sich diese Auswahl dagegen wie ein Steilpass anfühlen, seriöse Personen zu nominieren, denen bürgerliche Wähler mit gutem Gewissen Regierungsverantwortung übertragen wollen. Kommt hinzu, dass die FDP mit Schmidt einen Bisherigen vorzuweisen hat, der sich geschickt als bürgerliches Gewissen in der Stadtregierung zu ins­zenieren weiss. Im Stadtrat könnte die FDP alle zwei Wochen zeigen, wie ernst zu nehmende Oppositionspolitik aussieht. Dafür müsste sie aufhören, den lärmigen Obstruktionskurs der SVP mitzutragen.

Mail: christoph.haemmann@bernerzeitung.ch

Berner Zeitung

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