Sechs Blöcke für Siedlung Holliger

Bern

Über 300 Wohnungen auf sechs Baufeldern, Gewerberäume, Ateliers, ein Café, Kindergarten und Kita. Dies und noch mehr wird in den nächsten Jahren mit der Siedlung Holliger realisiert.

Noch ist das Warmbächli-Areal eine Brache. Mit der Überbauung ändert sich auch der Name zu Siedlung Holliger.<p class='credit'>(Bild: Raphael Moser)</p>

Noch ist das Warmbächli-Areal eine Brache. Mit der Überbauung ändert sich auch der Name zu Siedlung Holliger.

(Bild: Raphael Moser)

Sechs gemeinnützige Baugenossenschaften werden auf sechs Baufeldern im Warmbächli-Quartier eine neue Siedlung schaffen. Das Projekt wurde gestern im Detail vorgestellt. Weil der Name Warmbächli für eine der beteiligten Genossenschaften stehe, trage das Projekt jetzt einen anderen Namen, sagte Martin Zulauf, Präsident der In­frastrukturgenossenschaft Oberholligen. Die Siedlung heisse nicht mehr Warmbächli, sondern neu Siedlung Holliger.

Beteiligt sind die Baugenossenschaften Aare Bern und Brünnen-Eichholz, die Eisenbahner-Baugenossenschaft Bern, die Fambau, die Genossenschaft Warmbächli sowie die NPG AG für nachhaltiges Bauen. Sie alle hätten ein gemeinsames Ziel, meinte Martin Zulauf: «Sie schaffen im Holliger ein vielfältiges Angebot an preisgünstigen Mietwohnungen für verschiedene Wohnkonzepte von jung bis alt.» Künftige Bewohner und Bewohnerinnen hätten zudem auf Wunsch die Möglichkeit, ihr neues Quartier mitzugestalten.

330 Wohnungen geplant

Geplant sind sechs neue Gebäude mit einer Geschossfläche von 40 000 Quadratmetern. Fürs Wohnen stehen 35 000 Quadratmeter zur Verfügung, für das Gewerbe 5000. 90 Prozent der Parkplätze werden unterirdisch realisiert. Für Velos soll es dereinst 1200 Abstellplätze geben. Die Hälfte der 330 Wohnungen sollen 41/2 und mehr Zimmer aufweisen. In der Siedlung soll es auch einen Kindergarten und eine Kita geben. Weiter sind Ateliers, Büros und Gewerberäume projektiert.

«Wir sind auf die Genossenschaften angewiesen, sie werden eine wichtige Rolle spielen.»Gemeinderat Michael Aebersold

Ein gemeinsamer Siedlungshof, um den sich die Blöcke sowie Gemeinschaftsräume gruppieren, könne von den künftigen Mieterinnen und Mietern nicht nur genutzt, sondern auch mitgestaltet werden. Die verdichtete Bauweise lasse der Natur ihren Raum, wurde gestern betont. Der Stadtbach beispielsweise soll offengelegt und zum zentralen und naturnahen Gestaltungselement werden. An der Freiburgstrasse schliesslich steht ein Quartierplatz sowie ein Laden und ein Bistro zur Verfügung.

Baugesuch Ende Juni

Die Siedlung Holliger wird schrittweise entstehen. Den Auftakt macht die Genossenschaft Warmbächli, indem sie das alte Tobler-Lagerhaus an der Güterstrasse 8 komplett umbaut. Der Start ist Anfang 2019 vorgesehen. «Das Baugesuch wird Ende Juni eingereicht», sagte Tobias Willimann von der WBG Warmbächli. In diesem Gebäude seien 60 Wohnungen geplant. Laufe alles planmässig, könne Ende Jahr mit dem Umbau und 2020 mit dem Bezug gerechnet werden. In diesem Gebäude wird die grösste Wohnung im ganzen Quartier realisiert. Laut Willimann soll sie 420 Quadratmeter aufweisen.

Das alte Tobler-Lagerhaus ist das einzige Gebäude im Komplex, welches nicht komplett abgerissen und neu gebaut wird. Voraussichtlich Anfang 2020 beginnen die Fambau-Genossenschaft und die Baugenossenschaft Brünnen-Eichholz mit ihren Neubauten beim Quartierplatz im Süden des Areals, anschliessend bauen die Genossenschaften Aare Bern und NPG AG die zwei Gebäude zwischen dem Siedlungshof und dem Warmbächliweg.

Den Schlusspunkt setzt die Eisenbahner-Baugenossenschaft mit einem Hochhaus an der Bahnstrasse. Termin: Ende 2022. Martin Zulauf hofft, dass die letzten Mieter 2023 ins neue Quartier einziehen können.

120 Millionen Franken

Die Investitionen werden auf 120 Millionen Franken geschätzt. Finanziert wird das Projekt vor allem von den Genossenschaftspartnern. Auch die Stadt Bern unterstütze solche genossenschaftliche Projekte, sagte gestern Gemeinderat und Finanzdirektor Michael Aebersold (SP): «einerseits, indem wir Land im Baurecht abgeben, andererseits mittels Darlehen und Bürgschaften, was im Fall Holliger passiert ist». Bis 2030 wolle die Stadt 8500 neue Wohnungen realisieren, wobei die Hälfte davon preisgünstig sein soll. Die Stadt könne dies nicht alleine stemmen. «Wir sind auf die Genossenschaften angewiesen, sie werden eine wichtige Rolle spielen», sagte Michael Aebersold.

Berner Zeitung

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