Schweres Erbe für neuen Partyplaner

Bern

Das letztjährige Uni-Fest endete in einem Debakel: Im Fonds fehlen 40'000 Franken, und der ehemalige Organisator wird von der SUB betrieben. Das Uni-Fest 2011 am kommenden Samstag plant der erfahrene Festorganisator Samuel Fahrni.

Koordinator Samuel Fahrni (rechts) und Booker Lukas Iselin studieren die Pläne des Unitobler-Geländes. Hier wird das Unifest am kommenden Samstag stattfinden.

Koordinator Samuel Fahrni (rechts) und Booker Lukas Iselin studieren die Pläne des Unitobler-Geländes. Hier wird das Unifest am kommenden Samstag stattfinden.

(Bild: Beat Mathys)

Die StudentInnenschaft der Uni Bern (SUB) schreibt jedes Jahr die Koordination des Uni-Fests mit 20'000 Franken aus. Der SUB-Vorstand wählt aus den Bewerbern aus, diese müssen sich mit Projektplänen bewerben. Nach dem letztjährigen Desaster, das mit einer Betreibung gegen den Koordinator T.B.* vorläufig endete (siehe Kasten), hat die SUB in diesem Jahr einen erfahrenen Festkoordinator engagiert. Der Berner Psychologiestudent Samuel Fahrni (25) hat das Psych-Fest in die Dampfzentrale gebracht und zeichnet mitverantwortlich für das jährliche Quartierfest im Murifeld. Trotz Erfahrung: Fahrni tut derzeit nachts kaum ein Auge zu, denn das Uni-Fest hat andere Dimensionen, als Fahrni bisher kannte: «Eine Horde Freiwilliger zu koordinieren, ist keine leichte Aufgabe.» Nach den Problemen im letzten Jahr sei er zudem in einer besonderen Situation.

Von Norden bis Süden

Das Musikprogramm hat Fahrni nicht selber zusammengestellt. Er hat Booker Lukas Iselin engagiert. Der 24-jährige Jurastudent kennt die Berner Musikszene bestens, spielt selber in mehreren Bands und legt als DJ auf.

Die vier Himmelsrichtungen sind der rote Faden, der durch das ganze Uni-Fest am kommenden Samstag führt. Für das leibliche Wohl auf dem Gelände der Unitobler sorgen Pasta aus Italien oder Cocktails aus Skandinavien. «Zwar stammen die Künstler selber nicht aus allen Ecken der Welt, dafür aber deren Musikstil», sagt Iselin. Er hat den britischen DJ Krafty Kuts engagiert, die Mundartband Nordsite oder die Ska-Band Quatre in Toulouse. «Das Musikprogramm soll wie an einem Festival daherkommen: Es muss für jeden Geschmack etwas enthalten.»

«Koordinator mit Herzblut»

Bei der SUB hat man aus dem vergangenen Jahr gelernt. «Wir sind bei der Wahl des neuen Koordinators viel vorsichtiger vorgegangen», sagt SUB-Vorstand Lorenz Solothurnmann. Fahrnis Erfahrung spreche für ihn. Er habe von Anfang an offen kommuniziert und bei Hindernissen sofort Kontakt mit dem Vorstand aufgenommen. Und: «Fahrni war von Anfang an mit Herzblut dabei.»

Dass dieser nach dem letzten Uni-Fest ein schweres Erbe antritt, hat er zu spüren bekommen: «Wir mussten quasi bei null anfangen.» Kontakte zu Sponsoren mussten neu geknüpft werden, das Vertrauen von Partnern neu gewonnen werden. Was alles im vergangenen Jahr schiefgelaufen ist, darüber kann Fahrni nur spekulieren, er kennt den letztjährigen Koordinator nicht. Iselin glaubt, dass sich die Organisatoren zu stark vom eigenen Musikgeschmack hätten leiten lassen: «Sie haben zu wenig darauf geachtet, ein massentaugliches Programm zu bieten.» Fahrni ergänzt: «Sie haben sich wahrscheinlich einfach verkalkuliert bei den Ausgaben.» Auch die Zusammenarbeit mit der SUB sei wohl nicht optimal verlaufen.

Bis anhin wurde das Uni-Fest über einen speziellen Fonds finanziert, dieser ist nach dem letztjährigen Fest aber leer. Um das diesjährige trotzdem durchführen zu können, wurde es im aktuellen Finanzplan separat budgetiert. Doch: «Eigentlich sollte das Uni-Fest der SUB Geld in die Kasse spülen, statt sie zusätzlich zu belasten.» Es werde diskutiert im Rat, wie die zukünftige Planung des Fests aussehen soll: «Die Auslagerung an externe Koordinatoren ist aber wohl nicht ideal», ist Solothurnmann überzeugt.

Fahrni hat dem SUB-Vorstand im November sein Budget vorgelegt. Übersteigt ein Einzelposten das Budget um zehn Prozent, muss er dies der SUB melden. «Das war beim Posten Infrastruktur der Fall», sagt er. Ansonsten laufe alles nach Plan. Gegen 100'000 Franken kostet das gesamte Fest. 2000 bis 3000 Besucher brauchen Fahrni und sein Team, um die Ausgaben zu decken. Im Moment harzt der Vorverkauf noch, bisher wurden erst ein paar Hundert Tickets verkauft. Doch Iselin weiss aus Erfahrung, dass sich viele Partygänger spontan entscheiden zu kommen. Und darauf hoffen die beiden.

*Name der Redaktion bekannt

Berner Zeitung

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