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Die Schweizer Polizei schiesst selten

Ganze 12 Mal haben Schweizer Polizisten im vergangenen Jahr im Einsatz einen Schuss aus ihrer Dienstwaffe abgefeuert. Der Einsatz von Schusswaffen ist nur als Ultima Ratio zulässig.

Am Kuhnweg in Bern kam es am Mittwochabend zu  einem tödlichen Polizeieinsatz.
Am Kuhnweg in Bern kam es am Mittwochabend zu einem tödlichen Polizeieinsatz.
Michael Bucher
Ein 36-jähriger Mann wurde von einem Schuss aus einer Polizeiwaffe getroffen.
Ein 36-jähriger Mann wurde von einem Schuss aus einer Polizeiwaffe getroffen.
Michael Bucher
Insgesamt 12 Mal haben Schweizer Polizisten im letzten Jahr während einem Einsatz ihre Dienstwaffe abgefeuert.
Insgesamt 12 Mal haben Schweizer Polizisten im letzten Jahr während einem Einsatz ihre Dienstwaffe abgefeuert.
Keystone
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Im Ausland sorgt der Schuss­waffengebrauch von Polizisten immer wieder für Empörung und Schlagzeilen. Doch zumindest in der Schweiz trifft das Bild des schiesswütigen Polizisten nicht zu. «Dass während eines Ein­satzes aus der Dienstwaffe ein Schuss abgegeben wird, ist sehr selten», sagt Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern. In den letzten Jahren sei dies im Kanton Bern jährlich zwischen nie und viermal vorgekommen.

Dass bei der Schussabgabe jemand getroffen oder gar getötet wird, ist noch seltener. Er sei seit nunmehr sieben Jahren bei der Kapo tätig, sagt Gnägi. «Ich kann mich während dieser Zeit an keinen einzigen Fall im Kanton Bern erinnern.»

Auch schweizweit greifen Polizeibeamte nur selten zur Schusswaffe. Im letzten Jahr haben sie insgesamt elfmal während eines Einsatzes ihre Dienstwaffe abgefeuert. 2017 lag die Zahl mit acht Schussabgaben noch tiefer. Das geht aus der Statistik der Kon­ferenz der kantonalen Polizeikommandanten KKPKS hervor. Beide Zahlen liegen unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Die Mehrzahl der Schüsse wurde auf Fahrzeuge oder gegen den Boden abgegeben, schreibt die KKPKS. Der Einsatz von Schusswaffen sei das intensivste polizeiliche Eingriffsmittel und nur als Ultima Ratio zulässig, wenn andere Massnahmen ausgeschöpft oder ungeeignet seien.

Stark erhöht hat sich hingegen die Zahl der Polizeieinsätze mit Tasern. Insgesamt 125-mal haben Polizisten im letzten Jahr die Elektrowaffe gezogen, in 45 Fällen wurden sie auch eingesetzt.

Wann ein Polizist schiessen darf, ist im kantonalen Polizeigesetz klar geregelt. Die Schussabgabe liegt aber auch im Ermessen des Beamten. «Grundsätzlich gilt bei der Wahl des Einsatzmittels, dass entsprechend der Situation immer das mildestmögliche zum Einsatz kommt», sagt Kapo-Sprecher Christoph Gnägi. Der Entscheid, zu welchem Mittel gegriffen oder ob sogar ein Schuss abgegeben werde, müsse jedoch mitunter in Sekundenbruchteilen getroffen werden.

«Sämtliche Polizistinnen und Polizisten werden auf der Dienstwaffe geschult und absolvieren die entsprechenden Trainings. Sie sind sich bewusst, was der Einsatz der Schusswaffe für tragische Konsequenzen haben kann», sagt Gnägi.

Jede Schussabgabe habe automatisch eine Untersuchung zur Folge, sagt der Kapo-Sprecher. Diese soll unter anderem klären, ob die Schussabgabe verhältnismässig war.

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