«Schweizer Illustrierte» stichelt gegen Berns Revolutionäre Jugend

Das People-Magazin «Schweizer Illustrierte» verlieh der Revolutionären Jugend Gruppe aus Bern symbolisch einen Kaktus. Die Linksautonomen reagieren mit Humor und verlangen den Preis nun auch in echt.

Das ist Kim. Er gibt auf Youtube Nachhilfe zu linksautonom-relevanten Themen wie «Vermummung» oder «Sprayer-Schablonen».

Das ist Kim. Er gibt auf Youtube Nachhilfe zu linksautonom-relevanten Themen wie «Vermummung» oder «Sprayer-Schablonen». Bild: youtube

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Woche für Woche verteilt das People-Magazin «Schweizer Illustrierte» auf ihren bunten Seiten eine Rose und einen Kaktus. Die Rose ist für Personen, die sich aus Sicht der Redaktion besonders positiv in Szene setzten; der Kaktus für Personen, die in der Vorwoche einen Bock schossen.

Mitte Juli ging diese zweifelhafte Ehre an die Revolutionäre Jugend Gruppe (RJG) Bern. Dort, woüblicherweise der Kopf der jeweiligen Person abgebildet ist, prangte den «SI»-Lesern aber nur eine Puppe mit Sturmmaske entgegen. «Eigentlich würden wir Ihnen gerne wie üblich ein Gesicht zeigen. Doch für ihre Taten und Aktionen hinzustehen, dafür ist die Gruppe Revolutionäre Jugend Bern zu feige», so die namenlose Autorenschaft der «SI».

Den Kaktus verdient haben sich die RJG Bern durch ihren Aufruf zu einer Solidaritätsdemo für die «Verhafteten und Verletzten von Hamburg». Wir erinnern uns: Anfang Juli verwüsteten Linksautonome am G-20-Gipfel im Norden Deutschlands ganze Quartiere. Im Gegensatz zu den Protesten in Hamburg blieb die Solidaritätsdemo in Bern eine Woche später aber friedlich.

Am Tag vor der Demo befürchteten die Autoren der «Schweizer Illustrierte» aber noch das Schlimmste: «Den Kaktus gibts ohne Adresse nur symbolisch. Wohl auch besser so, nicht dass sie ihn noch als Wurfgeschoss missbrauchen.»

«Tief in die Promiwelt eingedrungen»

Lange haben Berns Jungrevolutionäre nichts von ihrem Glück mitbekommen. Linksautonome gehören leider nicht zur typischen «SI»-Leserschaft. Mit drei Wochen Verspätung reagierte die RJG am Wochenende aber doch noch auf das Geschenk aus Zürich und zwar auf ihrer Facebook-Seite.

Und sie warten gleich mit neuen Erkenntnissen auf: Im Gegensatz zu den «SI»-Lesern konnten sie den «Sturmmaskenpuppenmann» auf dem Foto nämlich identifizieren. Es ist ihr Freund und Helfer Kim, der auf Youtube Anleitungen zu linksautonom-relevanten Themen wie «Vermummung» oder «Sprayer-Schablonen» gibt.

«Kim und die RJG sind nun tief in die Promiwelt eingedrungen und machen die Tratsch-Blätter unsicher», schreibt die namenlose Autorenschaft und fragt sich: «Kommt bald eine Glanz & Gloria Homestory mit Kim und der RJG?»

«Steine sind weniger produktiv»

Ganz so humorvoll, wie der Beitrag beginnt, endet er aber nicht. Am Schluss fordern die Jungrevolutionäre ausdrücklich, was ihnen zusteht: einen Kaktus. «Wir erwarten die Zustellung des im Artikel genannten Kaktus bis morgen um 13:12!», so die Linksautomen.

Dass sie den Kaktus als Wurfgeschoss missbrauchen würden, bestreiten sie nämlich vehement. «Würden wir nie machen. Schliesslich leisten Pflanzen durch die Photosynthese wichtige Arbeit, um aus dem CO2 das für uns so lebensnotwendige O2 zu machen. Steine sind diesbezüglich weniger produktiv.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.08.2017, 16:44 Uhr

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