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Schule ohne Strom

Im Schulhaus Rebacker in Münsingen gingen für einen Tag die Lichter aus. Mit einem Blackout-Day sollten den Schülern Themen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit nähergebracht werden.

Im Kerzenschein: Am frühen Morgen mussten die Klassenzimmer nach alter Tradition beleuchtet werden.
Im Kerzenschein: Am frühen Morgen mussten die Klassenzimmer nach alter Tradition beleuchtet werden.
Urs Baumann
Düsteres Bild: Kein Licht auch in den Korridoren.
Düsteres Bild: Kein Licht auch in den Korridoren.
Urs Baumann
In den Klassenzimmern sorgten Kerzen für Licht, draussen eine Finnenkerze für Wärme.
In den Klassenzimmern sorgten Kerzen für Licht, draussen eine Finnenkerze für Wärme.
Urs Baumann
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Die Lichter im Schulhaus Rebacker in Münsingen waren gestern Morgen aus, überall roch es nach Kerzen. Die Schüler hatten aber nicht etwa frei. Nein, sie verbrachten einen Tag Schule ohne Strom. Mit dem Blackout-Day startete die Schule in das Energiebildungsprojekt «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule» (siehe Kasten).

Das ganze Jahr werden sich die Klassen mit Themen rund um Energie, Klimawandel und Nachhaltigkeit beschäftigen. «Wir wollen den Kindern zeigen, was sie im Alltag tun können. Eingesparte Energie ist die beste Energie», sagte Projektleiter Manuel Scherrer (29).

Ausnahmezustand

Viele Schüler hatten vorher nicht mitbekommen, was stattfinden würde. «Ich war ziemlich überrascht, das Licht war einfach weg», sagte Luca (12) verblüfft. Die elektrischen Uhren liefen alle nicht, und kein Gong war zum Schulbeginn zu hören. Den Schülern machte dies jedoch nichts aus, hatten sie doch eine Ausrede, um ihre Pause künstlich zu verlängern.

Ein Dorn im Auge für die Lehrer, die ganz klar die Kaffeemaschine am meisten vermissten. «Wir haben weniger Unterricht», meinte Anna (14) schmunzelnd. Auf die Frage, ob sie denn nichts gelernt habe, antwortete sie: «Ich weiss nun, was graue Energie ist.» Also war der Tag vielleicht doch nicht ohne Lerneffekt. Jan (14) hat sich auf alle Fälle vorgenommen, «in Zukunft achtsamer zu sein».

Spielerisch zum Ziel

Jeweils vier Klassen kamen in der Aula zusammen, um ein Leiterspiel zu spielen. Beim Start sitzt man dabei auf dem Erdölfeld. Das Ziel ist die grosse Sonne in der Mitte. Die Schüler wurden durch verschiedene Ereignisfelder in Situationen gebracht, bei denen umweltverträgliches Verhalten gelernt werden sollte.

Nicht alle Schüler waren gleichermassen begeistert. Die älteren Kinder waren teilweise mehr damit beschäftigt, die anderen Klassen mit dem Schaum-Spielwürfel abzuschiessen. Als ein Lehrer allerdings erklärte, wie viel Strom pro Tag in der Schweiz unwissentlich verbraucht wird, wurden auch die Störenfriede vor Schock aufmerksam.

Manchmal stockte das Spiel. Felder wurden verwechselt. Alle waren verwirrt. Hier wurde Lehrer und Schüler klar, dass es nicht immer offensichtlich ist, was zu tun ist für die Energiewende.

Schulleiter Willi Hermann (54) hofft, dass das Bewusstsein in den Schülern geweckt wurde. «Viele Kinder wissen nicht, dass Energie nicht im Überfluss vorhanden ist.» Mit den Klimazielen, die jede Klasse im Verlaufe des Tages aufstellte, wolle man künftig nachhaltig handeln. «Es genügt, wenn Einzelne andere mitreissen können», sagt er abschliessend.

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