Schöne Aussichten beim Bräteln

Sommerzeit ist Brätlizeit: In einer Serie stellen wir die schönsten Brätlistellen der Region Bern vor. Den Auftakt machen fünf Orte mit tollem Weitblick.

Markus Zahno

In der näheren und weiteren Umgebung von Bern finden sich viele schöne Brätlistellen – auf aussichtsreichen Hügeln, in kühlen Wäldern und an lauschigen Gewässern. Jede Woche stellen wir vier bis fünf vor und erklären, wie man sie am einfachsten erreicht.

Zu beachten ist, dass das Platzangebot beschränkt ist und man das Brennholz zum Teil selbst organisieren muss. Aufeinander Rücksicht nehmen und zu den ­Einrichtungen Sorge tragen, das ist Ehrensache.

Getestet wurden die Brätli­stellen von BZ-Redaktor Markus Zahno. Mit seiner Familie betreibt er das nicht kommerzielle Portal www.brätlistellen.ch, auf dem bereits über 200 Grillplätze verzeichnet sind.

Mont Vully – Place de l’Antenne

Liebe auf den ersten Blick? Gibt es tatsächlich. Wer auf der Place de l’Antenne oberhalb von ­Lugnorre ankommt, wird sich sofort in die Aussicht verlieben. Im Süden schweift der Blick über den Murtensee und das Broyetal bis zum Gibloux. Im Westen bietet sich die Sicht auf den Neuenburgersee mit der Stadt Neuenburg und die Jura-Kette samt Chasseral. Fantastisch.

Auch die Infrastruktur genügt höchsten Ansprüchen: zwei grosse Feuerstellen und zwei kleinere Grills stehen bereit, dazu hat es zwei lange Holztische, verschiedene Sitzbänke, ein WC-Häuschen sowie fliessendes Wasser. Kinder können sich auf einer grossen Wiese austoben. Ebenfalls empfehlenswert: der Besuch des ­benachbarten Réduit de Vully (Infanteriestützpunkt aus dem Ersten Weltkrieg) und des malerischen Städtchens Môtier am Murtensee.

Anreise:Zu Fuss: am Wanderweg Salavaux–Mur–Lugnorre–Bois de l’Ecole–Môtier. – Mit dem ÖV: ­Bushaltestellen «Lugnorre Place du Pommeré» oder «Lugnorre Ecole», von dort gut eine halbe Stunde zu Fuss. – Mit dem Auto: In ­Lugnorre oder Sugiez den Wegweisern «Mont Vully» ­folgen; bis zum Chemin des ­Carrières; Parkplätze vorhanden.
Mont Vully: Murten- und Neuenburgersee auf einen Blick. Bild: pd

Oberthal – «Bauplatz»

Es gibt Leute, die erkennen Doldenhorn, Gspaltenhorn, Sigriswiler Rothorn und die anderen Berner Berggipfel auf den ersten Blick. Aber auch die weniger Gipfelkundigen kommen bei der Brätlistelle «Bauplatz» oberhalb von Grosshöchstetten auf ihre Kosten.

Hier bietet sich eine wunderbare Aussicht auf die Alpen – inklusive Panorama­tafeln, auf denen die Aussicht ­erklärt wird. Auf dem Areal stehen ein halbes Dutzend Grills, vier ­Tische mit Bänken, ein weiteres Dutzend Bänke und sogar ein Brunnen bereit.

Anreise:Zu Fuss:am Wanderweg Grosshöchstetten–Möschberg–Chapfwald–Blasenfluh–Moosegg. Mit dem ÖV:Bahnhof Grosshöchstetten, dann dem Wanderweg in Richtung Blasenfluh folgen. – Mit dem Auto: Die Zufahrt zur Brätlistelle ist nicht gestattet. Vorschlag: In Grosshöch­stetten parkieren und hochwandern. Bauplatz: Wer die Gipfel nicht erkennt, kann auf der ­Tafel ­spicken. Bild: pd

Linden – Aebersold

In rund tausend Arbeitsstunden ­haben die Mitglieder des Rotary-Clubs Konolfingen diese Grillstelle geschaffen. Hier bietet sich nicht nur eine phänomenale Aussicht auf die Berner Alpen, sondern auch in Richtung Jura.

Um die Feuerstelle hat es zwei Granittische und so viele Sitzgelegenheiten, dass mindestens zwei Fussballmannschaften Platz hätten. Brennholz steht ebenfalls bereit – sowie ein ­Kässeli, in das man einen frei­willigen Unkostenbeitrag fürs Holz legen kann.

Anreise:Zu Fuss: an der (sehr empfehlenswerten) Höhenwanderung Chuderhüsi–Mühleseilen– Ringgis–Aebersold–Güggel– Oberdiessbach. – Mit dem ÖV: Bushaltestelle «Linden Dorf», von dort ungefähr eine Stunde auf dem Wanderweg. – Mit dem Auto:nicht erreichbar. ­Vorschlag: im Dorf Linden parkieren, den Rest zu Fuss. Aebersold: Sitzplätze für mindestens zwei Fussballteams. Bild: pd

Guggisberg – Ottenleuebad

Im Winter bevölkern Skifahrer und Langläufer das Ottenleuebad. Im Sommer ist der Ort ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Wanderungen – und fürs Bräteln. Die Grillstelle in der ­Nähe der Skilifttalstation bietet eine gute Sicht auf das Gant­rischgebiet.

Für die Grillfreunde stehen gleich vier Picknicktische (an der Sonne wie auch im Schatten) bereit, ausserdem eine gemauerte Feuerstelle sowie ein überdachtes Brennholzdepot. Unterhalten wird die Brätlistelle vom Kur- und Sportverein ­Ottenleuebad.

Anreise:Zu Fuss:am Wanderweg von Sangernboden auf den Horbüelpass und auf die Pfyffe. – Mit dem Auto: Parkplätze an der Hauptstrasse im Ottenleuebad. Mit dem ÖV: rund 200 Meter von der Wanderbus-Haltestelle Ottenleuebad entfernt (Bus fährt nur im Sommer). Ottenleuebad: Im Sommer ­bräteln, im ­Winter Ski fahren. Bild: pd

Ochlenberg – Wanntalhöchi

Von der Wanntalhöchi reicht die Aussicht über den Oberaargau bis zur Jura-Kette. Prominent zu sehen ist Oschwand, der Wohnort von Maler Cuno Amiet (1868–1961). Die Brätlistelle liegt denn auch am Amiet- Hesse-Weg.

Der Kamingrill und der lange Tisch sind überdacht; im Unterstand hängt zudem eine Reservationsliste. Wer nicht reserviert hat, kann auf ein freies Plätzchen hoffen – oder einfach weiterwandern. Am Amiet-Hesse-Weg sind nämlich noch zwei weitere Grillplätze eingerichtet.

Anreise:Zu Fuss: am Wanderweg Affoltern–Friesenberg–Wäcker­schwend–Mutzbach–Wynigen. Mit dem ÖV: über eine Stunde vom Bahnhof Riedtwil und von der Bushaltestelle «Oeschenbach Bleuen» entfernt. – Mit dem Auto: nahe der Strasse von Wäckerschwend nach ­Oschwand, Parkplätze bei der Brätlistelle. Wanntalhöchi: Beste Aussicht auf die Heimat von Maler Cuno Amiet. Bild: pd

Berner Zeitung

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