Schnelleres Internet in den Zügen

Aaretal

Schluss mit wackeligem Internet für Zugpassagiere: Die Swisscom glaubt,die Lösung gefunden zu haben, und will zwischen Münsingen und Uttigen einen Pilotversuch durchführen.

Surfen im Zug: Für die Swisscom ein «unbefriedigendes Erlebnis».

Surfen im Zug: Für die Swisscom ein «unbefriedigendes Erlebnis».

(Bild: Keystone)

Johannes Reichen

Die Swisscom will die Internetverbindungen in den Zügen verbessern. Darum startet sie ein Pilotprojekt entlang der Bahnstrecke zwischen Münsingen und Uttigen. Anstelle von Antennen soll ein Kabel die Mobilfunkversorgung sicherstellen.

Derzeit liegt das Baugesuch öffentlich auf. Die Swisscom ist die Bauherrin auf dem Grundeigentum der SBB.

«Steigende Erwartungen»

«Die Erwartungen der Kunden an das Mobilfunknetz steigen», schreibt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze zum Versuch im Aaretal. Gleichzeitig seien die physikalischen Anforderungen sehr hoch. Nun teste man eine mögliche Lösung.

«Die gesetzlichen Vorgaben der Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) werden selbstverständlich jederzeit eingehalten», schreibt Schulze weiter. Näher äussert er sich nicht zum Pilotprojekt.

«Langsame Verbindungen»

Ergiebiger als der Anruf bei der Medienstelle ist der Blick in die Gesuchsakten, die derzeit in Münsingen, Wichtrach, Kiesen und Uttigen aufliegen. «Mobilfunk in SBB-Zügen ist für täglich 1 Million Schweizer Bahnpassagiere ein unbefriedigendes Erlebnis», schreibt die Swisscom. «Die Technik kämpft gegen Verbindungsabbrüche und langsame Verbindungen.»

Die Gründe dafür sind laut dem Telecomunternehmen vielfältig: die hohe Geschwindigkeit der Züge, die hohe Zahl von gleichzeitigen Nutzern in einem Zug, die elektrische Abschirmung in den Wagen und die wegen der NISV beschränkten Sendeleistungen.

Ein sechs Zentimeter dickes Kabel soll jetzt Abhilfe schaffen. Es wird rund einen Meter über dem Boden befestigt. Der Vorteil: Es gebe nur entlang des Kabels Mobilfunksignale ab und erlaube somit eine «optimale Streckenversorgung» – als Vergleich zieht die Swisscom einen Bewässerungsschlauch in einem Garten heran. Wie heute würden die Signale in Abständen von rund 550 Metern verstärkt.

Bei Bahnhöfen und auf Brücken wird das Kabel aber nicht installiert, dort werden Antennen verwendet.

«Die richtige Lösung»

Erste Versuche hat die Swisscom in Ostermundigen bereits unternommen. Sie ist überzeugt, «die richtige Lösung für die Zugversorgung» gefunden zu haben. Nun will sie das Kabel im Aaretal noch «unter Alltagsbedingungen» testen. Die Anlage solle allen Mobilfunkbetreibern und ihren Kunden zur Verfügung stehen.

Die Versuchsstrecke zwischen Münsingen und Uttigen misst sieben Kilometer. Gemäss den Unterlagen hat das Projekt auf den Landschaftsschutz keine grosse Auswirkung: Das vorgesehene Kabel sei mit der bestehenden Infrastruktur vergleichbar. Für Bauten im Grundwasser sind Bewilligungen nötig. Die Baukosten belaufen auf 3,6 Millionen Franken. Die Einsprachefrist läuft noch bis zum 11.Mai. >

Berner Zeitung

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