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Schneewittchen und die Sache mit den sieben Zwergen

In der Aula des Oberstufenzentrums wird wieder Theater gespielt. Diesmal erhalten die Zuschauer Einblick in die Proben eines Ensembles. Es läuft nicht alles rund, und da helfen auch Räucherstäbchen und Alkohol nicht weiter.

Zeitkritisches Bühnenstück: Das Theater Ittigen spielt «Das politisch korrekte Schneewittchen».
Zeitkritisches Bühnenstück: Das Theater Ittigen spielt «Das politisch korrekte Schneewittchen».
zvg

Es ist wieder Spielzeit: Kaum hat sich das neue Jahr jeweils etabliert, präsentieren die Theatervereine der Region ihre neusten Inszenierungen. Beim Theater Ittigen ist es ein Stück der Autorin Christine Steinwasser. Die wenig bekannte Komödie «Das politisch korrekte Schneewittchen», hat nur ansatzweise mit dem bekannten Grimm-Märchen zu tun.

Im Zentrum des Geschehens stehen vielmehr die Proben zur Aufführung des Stücks. Dabei geht es sehr menschlich zu und her. Da ist Linda Müller, total verknallt in Paul Schlegel. Und da ist Sibylle Studer, sie, die mit etwas mehr Bodenhaftung die Proben vorantreibt.

Gespielt werden die drei Figuren von Rahel Keller, Thomas Mathys und Beatrice Held. Weitere, zum Teil lang­jährige Vereinsmitglieder, sind ebenfalls in wichtigen Rollen zu sehen. So spielt Käthi Schaffer-Gutknecht die Theaterdiva Victoria von Escher und brilliert mit einer gesanglichen Einlage.

Die sieben Zwerge unter Spardruck

Im Stück gestalten sich die Proben des Ensembles zunehmend schwieriger. Statt der sieben Zwerge soll aus Kostengründen nur noch einer auf der Bühne stehen, und andere Rollen werden umbesetzt. Zudem stellt der Sponsor immer absurdere Forderungen.

Einzig die Regisseurin Amanda Rösli-Lindenberg, gespielt von Cornelia Klopfenstein, scheint von dem allem nicht beeindruckt zu sein. Abgehoben, wie von einem anderen Planeten, schwebt sie mit Om-Lauten und Räucherstäbchen durch den Raum. Wenn da nicht ihre nächtlichen Albträume wären.

Zweite Ebene sorgte für Irritation

Es ist diese zweite Ebene des Stücks, die an der Premiere vom Samstag bei den Zuschauern für Irritationen sorgte. Sieben Zwerge mutieren in der Nacht zu geisterhaften Gestalten, erstarren mit schreckverzerrten Gesichtern und ziehen gleichwohl in militärischem Gleichschritt weiter in den Krieg.

Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen

Zusammenbringen müsse man diese beiden Geschichten nicht, erklärte die Regisseurin Valérie Cuénod auf Nachfrage. Die zweite Ebene sei ein Spiegelbild der aktuellen Weltlage. Cuénod: «Wir sehen die Sauberkeit der zivilisierten Welt, und gleichzeitig rumort es von unten her kräftig.»

Die Wahl des Stücks sei letztes Jahr in eine Zeit gefallen, in der die Menschlichkeit gelitten habe. Daher habe sich das Ensemble entschlossen, eine Komödie zu wählen, mit der zweiten Ebene als Bezug zum aktuellen Ge­schehen.

An der Premiere blieben etliche Sitze in der Aula des Ober­stufenzentrums Ittigen leer. Die Veranstalter hoffen nun, dass sich dies bei den weiteren Vorführungen ändern wird. Gespielt wird bis zum 10. Februar 2017.

Informationenund Reservationen: www.theater-ittigen.ch.

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