Schnecken, Wein und Wolle aus dem Kanton

Der Verein «Das Beste der Region» setzt sich dafür ein, dass regionale Produkte besser vermarktet werden. 6400 davon sind schon zertifiziert worden. An der BEA sollen die Produzenten eine Plattform erhalten.

Geschäftsführerin Nadine Degen in der BEA-Halle voller regionaler Produkte.

Geschäftsführerin Nadine Degen in der BEA-Halle voller regionaler Produkte.

(Bild: Nicole Philipp)

Annic Berset

Trockenwürste und Landjäger hängen in Reih und Glied an einer Stange, in der Vitrine liegen grosse Käselaibe, auf der Theke türmt sich eine Pyramide von Konfigläsern, und daneben stehen Sirupflaschen geordnet nach Farbe. «Und all diese Produkte stammen aus unserer Region», sagt Nadine Degen und zeigt mit einer ausladenden Geste in den Raum. Degen ist Geschäftsführerin des Vereins «Das Beste der Region», der an der diesjährigen BEA in der Halle 4.1 zu finden ist.

Der Verein setzt sich dafür ein, dass möglichst viele regionale Produkte von kleineren und grösseren Produzenten einen Platz auf dem Markt bekommen. Schon vor einigen Jahren gab es verschiedene Regionalmarken, die die Vermarktung von einzelnen Produkten vorangetrieben haben. Angefangen hat alles im Emmental mit der Marke «Ämmitaler Ruschtig». Nach und nach sei aber die Idee einer Organisation aufgekommen, die überregional tätig sei und alle kleineren Marken unter einem Dach vereine. Der Verband hat vor zwei Jahren gemeinsam mit Partnerorganisationen das Gütesiegel «regio.garantie» entwickelt. «Damit ein Produkt mit diesem Siegel ausgestattet wird, muss es jedoch einige Richtlinien erfüllen», erklärt Nadine Degen.

Regionalität ist Trend

Mindestens 80 Prozent der Zutaten, die sich beispielsweise in einer Konfitüre verbergen, müssen aus einem definierten Perimeter der jeweiligen Regionalmarke stammen. Ausserdem soll auch der überwiegende Teil der Verarbeitung in dieser Region vorgenommen werden. Ausnahmen gebe es nur, wenn es in diesen Orten etwa an Infrastruktur fehle. «Es gibt eben nicht überall Schlachthöfe, wo man die Wurst vorbereiten kann, oder eine Mühle, um das Getreide zu mahlen», führt Nadine Degen aus. Schliesslich wird jedes einzelne Regionalprodukt, sei es Käse, Wein oder neuerdings auch Schnecken, von einer unabhängigen Stelle kontrolliert.

«Das Produkt muss glaubwürdig sein, deshalb wird es auch nach diesen Richtlinien überprüft.» Denn gerade weil die Frage nach der Regionalität so im Trend liege, würden alle damit werben, «obwohl lange nicht alles regional ist, wo auch regional draufsteht».

Auch Rohstoffe gefragt

Der Verein will den Produzenten mit Messen wie der BEA, dem Cheese-Festival oder der Genusswoche eine Plattform für ihre Produkte bieten, damit diese bekannter werden. «Klar, wenn jemand bereits einen Hofladen betreibt, braucht er vielleicht etwas weniger Unterstützung von uns. Viele sind aber sehr froh darum», sagt Nadine Degen. Denn es gibt nicht nur Vertreiber von eigenen Produkten, sondern auch solche, die ihre Rohstoffe wie etwa ihr Mehl aus regionalem Getreide weiterbringen wollen.

Bis Ende 2018 hat der Verein bereits über 6400 Produkte zertifiziert, und es sollen noch viel mehr dazukommen. Neben den bereits bekannten Lebensmitteln findet man unter ihnen etwa auch Wolle aus dem Kanton Bern oder eine Reihe von Spirituosen.

Wie die Lebensmittel weiterverarbeitet werden könnten, wird in der Halle an der BEA an zwei Stationen gezeigt. Dort findet jeden Tag ein Schaukochen von Teams aus Berner Landfrauen und Kochlernenden statt. Diese kreieren aus einem identischen Warenkorb an regionalen Produkten jeweils ein mehrgängiges Menu.

Mehr Infos unter www.regionalprodukte.ch

Berner Zeitung

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