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Schiri spitalreif geschlagen

Bei einem Fussballspiel zwischen dem FC Rüschegg und dem FC Makedonija wurde der Schiedsrichter von Gästefans körperlich angegriffen. Er verteilte gleich vier Rote Karten und musste das Spiel abbrechen.

Ein Unparteiischer wurde in Rüschegg von Fussballfans angegriffen. (Symbolbild)
Ein Unparteiischer wurde in Rüschegg von Fussballfans angegriffen. (Symbolbild)
Keystone

Als die Schlussviertelstunde in der 4.-Liga-Partie zwischen dem FC Rüschegg und dem FC Makedonija letzten Samstag anbrach, waren die Zuschauer beim Stand von 2:1 auf ereignisreiche letzte Minuten eingestellt. Was folgte, konnte jedoch niemand voraussagen.

In der 77. Minute brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Von den Gästen waren mehrere Spieler auf den Unparteiischen los­gegangen und kassierten insgesamt vier Rote Karten. Nach Abbruch des Spiels beruhigten sich die Spieler zwar, für einzelne Fans des FC Makedonija war die Sache nach dem emotionsgeladenen Spiel aber noch nicht gelaufen.

Der Schiedsrichter wurde von Gästefans bedrängt und mit mehreren Faustschlägen niedergestreckt. Daraufhin musste dieser für weitere Abklärungen in den City-Notfall gebracht werden. Mittlerweile ist er wieder aus dem Spital entlassen worden und ist wohlauf.

Gefährliches Spiel

Ausschreitungen gegen Unparteiische sind keine Seltenheit im Regionalfussball. Immer wieder überschreiten Spieler und Fans die Grenzen des Erlaubten. Der Tessiner Fussballverband sah sich letzten Mai gezwungen, an einem Wochenende alle Juniorenspiele abzusagen. Grund waren wiederholte Aggressionen gegen Unparteiische.

Anderenorts waren im Juni im Kanton Freiburg gleich zwei Schiris Opfer tätlicher Angriffe geworden. Vor zehn Jahren kam es nach ähnlichen Übergriffen zu einem kantonsweiten Schiedsrichterstreik in Freiburg. Ein ähnlicher Streik ist in Bern momentan unwahrscheinlich. «Das wäre kon­traproduktiv», sagt Reto Rutschi von der Schiedsrichterkommission Bern/Jura. Man wolle nicht alle Vereine aufgrund einzelner Vorfälle strafen.

Ob es für den FC Makedonija Sanktionen geben wird, ist derzeit noch unklar. Der Fussballverband Bern/Jura (FVBJ) will keine Stellung zum Vorfall beziehen, solange der Schiedsrichterrapport noch nicht vorliegt. «Allerdings», bestätigt Geschäftsführer des FVBJ, Marco Prack, «sollte sich herausstellen, dass die Angreifer in direktem Zusammenhang zum Club stehen, wird es sicherlich Konsequenzen für den FC geben.»

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