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Sanität vor der Reitschule: Nur mit der Kantonspolizei

An Wochenenden rückt die Sanitätspolizei nur in Begleitung von Kantonspolizisten zur Reitschule aus. Und so bleibt es auch. Die Sicherheitsdirektion erteilte anders lautenden Plänen der Reitschule eine klare Absage.

Ralph Heiniger
Die Grosskontrolle fand statt, weil am Nachmittag eine Flasche auf einen Polizeibus geworfen wurde.
Die Grosskontrolle fand statt, weil am Nachmittag eine Flasche auf einen Polizeibus geworfen wurde.
Weil in vergangener Zeit Polizeifahrzeuge vermehrt das Ziel von Flaschenwerfern wurde, zog der Wurf von Montagnachmittag eine Polizeiaktion nach sich.
Weil in vergangener Zeit Polizeifahrzeuge vermehrt das Ziel von Flaschenwerfern wurde, zog der Wurf von Montagnachmittag eine Polizeiaktion nach sich.
Die Polizeiaktion begann am Montagnachmittag und endete um 17.30 Uhr.
Die Polizeiaktion begann am Montagnachmittag und endete um 17.30 Uhr.
Nach Schätzungen waren rund 20 Beamte im Einsatz.
Nach Schätzungen waren rund 20 Beamte im Einsatz.
Am Montagabend (16.10.2012) führte die Polizei eine Grosskontrolle in der Reitschule durch.
Am Montagabend (16.10.2012) führte die Polizei eine Grosskontrolle in der Reitschule durch.
Nach einem Flaschenwurf auf eine Polizeiauto und die anschliessend Grosskontrolle durch die Polizei haben Unbekannte ein «Bekennerschreiben» bei der Reitschule hinterlassen.
Nach einem Flaschenwurf auf eine Polizeiauto und die anschliessend Grosskontrolle durch die Polizei haben Unbekannte ein «Bekennerschreiben» bei der Reitschule hinterlassen.
Am Dienstagmorgen war vor der Reitschule in Grossbuchstaben «Moterfucker»zu lesen (wahrscheinlich meinten die Verfasser «Motherfucker») .
Am Dienstagmorgen war vor der Reitschule in Grossbuchstaben «Moterfucker»zu lesen (wahrscheinlich meinten die Verfasser «Motherfucker») .
Gleichzeitig ging bei der «Berner Zeitung» ein Mail ein. Der Absender, die «Faulste Stadtguerilla», bekannte sich darin zum Flaschenwurf auf das Polizeiauto und zur Botschaft bei der Reitschule.
Gleichzeitig ging bei der «Berner Zeitung» ein Mail ein. Der Absender, die «Faulste Stadtguerilla», bekannte sich darin zum Flaschenwurf auf das Polizeiauto und zur Botschaft bei der Reitschule.
Die gesamte Reitschule war zum Zeitpunkt des Flaschenwurfs, wie immer am Montag, geschlossen.
Die gesamte Reitschule war zum Zeitpunkt des Flaschenwurfs, wie immer am Montag, geschlossen.
Die Betreiber der Reitschule findet die Polizeieinsätze als schikanös und sinnlos. Diese würden eher wegen der Medienwirksamkeit und nicht der eigentlichen Tatermittlung wegen durchgeführt.
Die Betreiber der Reitschule findet die Polizeieinsätze als schikanös und sinnlos. Diese würden eher wegen der Medienwirksamkeit und nicht der eigentlichen Tatermittlung wegen durchgeführt.
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Die Sanitätspolizei solle in Zukunft ohne Kantonspolizei in die Reitschule ausrücken. Das fordert die Mediengruppe der Reitschule und kündigt auf Facebook an, die Zusammenarbeit mit der Sanitätspolizei zu intensivieren.

Daraus wird aber nichts, wie Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause gestern Nachmittag festhielt. «Wir bestimmen die Parameter eines Einsatzes selbst», betonte er. Schliesslich sei seine Direktion für die Qualität eines Rettungseinsatzes und auch für die Sicherheit der Mitarbeiter verantwortlich.

Am vergangenen Freitag wurde vor der Reitschule erneut ein Polizeifahrzeug bei einem gemeinsamen Einsatz von Sanität und Polizei angegriffen (wir berichteten). Die Mediengruppe der Reitschule teilte nach dem Vorfall mit: «Wie schon Erfahrungen in der Vergangenheit zeigten, ist die Begleitung von Rettungswagen durch die Kantonspolizei in der Regel sowieso sinnlos und erschwert und behindert die Arbeit der Reitschule-Security und der Ambulanzmitarbeitenden.» Angeblich wären die Rettungssanitäter durchaus bereit, auch ohne Polizeibegleitung Einsätze bei der Reitschule durchzuführen, behauptete die Mediengruppe der Reitschule.

Bei Delikten oder renitenten Personen

Grundsätzlich rückt die Kantonspolizei nur bei wenigen Einsätzen gemeinsam mit der Sanitätspolizei aus. Es gibt drei verschiedene Szenarien, bei denen die Sanität die Polizei aufbieten muss. Erstens, wenn man beim Einsatz von einer strafbaren Handlung ausgehen muss. Zweitens, wenn der Sachverhalt unklar ist. Drittens, wenn die Sanitätspolizei davon ausgehen muss, dass sie am Ort des Einsatzes von renitenten Personen behelligt wird.

«Bei jedem Einsatz, der eine mögliche Gefährdung der Rettungskräfte mit sich bringt, bietet die Sanitätspolizei die Kantonspolizei zur Begleitung auf – dies unabhängig vom Ort des Ereignisses», hiess es vonseiten der Sicherheitsdirektion. Besonders an Wochenenden komme es oft zu gemeinsamen Einsätzen. Die Reitschule sei in diesem Fall keine Ausnahme. «Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden steht bei allen Einsätzen an oberster Stelle», erklärte Peter Salzgeber, Kommandant der Sanitätspolizei. Wie aus Sanitätspolizeikreisen verlautete, wurden die Retter vor der Reitschule auch schon bespuckt und beschimpft. Es sei nicht so, dass man als Retter an allen Orten in der Stadt willkommen sei, hiess es.

Verdacht auf K.-o.-Tropfen und Kopfverletzungen

In der Nacht auf Samstag musste die Sanitätspolizei zweimal zur Reitschule ausrücken. Einmal, weil der Verdacht bestand, dass einer jungen Frau K.-o.-Tropfen eingeflösst worden waren. Ein andermal, weil jemand angeblich durch eine Flasche schwere Kopfverletzungen erlitten hatte.

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