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Sanierte Treppe sorgt für sichere Tritte am Teufelsstein

Noch bis heute steht der Wanderer vor dem Guggershörnli wie der Esel am Berg: Die Treppe musste saniert werden. Für den zuständigen Holzbaubetrieb war die Sanierung ein Prestigeprojekt.

Elias Rüegsegger
Das Guggershörnli gehört ab Samstag wieder allen, dann ist die Sanierung der Treppe abgeschlossen.
Das Guggershörnli gehört ab Samstag wieder allen, dann ist die Sanierung der Treppe abgeschlossen.

In Guggisberg ist vom Nebel nicht mehr viel zu sehen, der sich wie ein Teppich über Bern gelegt hat. Im Sternen erzählt Hans-Rudolf Berger die Sage vom Wahrzeichen der Gemeinde. Der Teufel habe Plaffeien mit einem grossen Stein vernichten wollen. Der sei ihm aber aus der Hand gerutscht und eben hier gelandet. «Seit da thront das Guggershörnli über unserem Dorf», so Berger, der Geschäftsinhaber einer Guggisberger Holzbau GmbH ist. Auch nach 185 Jahren bleibt der Stein des Teufels begehbar: Bergers Unternehmen hat die Treppe saniert.

Schon 1828 wurde die erste Treppe aufs Guggershörnli gebaut. Die Plattform ist seit da weitherum bekannt. Während der letzten zwei Wochen stand der Wanderer vor dem Hörnli allerdings wie der Esel am Berg. Denn die Treppe bleibt während der Bauarbeiten geschlossen.

Die letzte Sanierung liegt schon 34 Jahre zurück. Die Stufen wurden langsam morsch. Gefahr habe zwar nie bestanden, doch nach so vielen Jahren müsse eine solche Treppe einfach saniert werden, sagt Berger. Der unterste Teil der Treppe konnte im heutigen Zustand belassen werden, da schon in den Vorjahren einzelne Stufen ersetzt worden wäre.

Vom goldenen Trittverhältnis

Rudolf Berger, selbst von hier, läuft durch Guggisberg, grüsst jeden und erzählt vom Stiegenbauen. «Damit eine Treppe gut läuft, muss man das goldene Trittverhältnis beachten.» Wenn zwei Tritthöhen und die dazwischenliegende Trittfläche zusammengezählt 61 bis 64 Zentimeter messen, «passt es». Bei manchen Stiegen sei dieses Verhältnis aber nicht so golden. Dort wisse man dann jeweils nie, ob man einen oder zwei Tritte nehmen soll.

Die Treppensanierung am Guggershörnli sei kein normaler Auftrag für seinen Betrieb, sagt Berger, sondern ein Prestigeprojekt. Etwas, das man nur einmal machen dürfe. Obwohl das Arbeitsvolumen für seinen Betrieb mit 11 Angestellten vergleichsweise gering sei. Meistens arbeiteten zwei Personen am Hörnli.

Berger hält sich mit beiden Händen am Geländer der neuen Treppe fest und steigt Tritt für Tritt dem Hörnli empor. Er spricht vom Helikoptereinsatz: «Das war gigantisch. In nur 25 Minuten waren beide Treppenteile oben.» Das sei nicht ganz billig gewesen, meint er. Die beiden Teile wurden zuvor im Betrieb von Berger vorbereitet. «Wir haben Lärche verwendet, die ist sehr wetterresistent.»

Die Gemeinde muss für die Sanierung insgesamt 34000 Franken aufwenden. «Einen kleineren Teil übernimmt der Lotteriefonds», sagt Gemeindeschreiber Ueli Gafner. Die Sanierung sei zwingend: «Eine Guggershörnlitreppe sollte lieber ein Jahr früher als ein Jahr später ersetzt werden.» Man könne sich kein Risiko leisten. Denn der Weg zum Hörnli ist laut den Berner Wanderwegen einer der meist frequentierten im Kanton.

Ein Dürfen, kein Müssen

Am Ende der neuen Treppe, auf 1283 Metern über Meer, schweift der Blick über die Hügel und Herbstwälder des Gantrischgebiets. Und hier sieht man auch den Nebel über Bern wieder. Für Zimmermann Werner Hostettler ist es schon die dritte Sanierung, die er miterlebt. «Hier zu arbeiten, das ist ein Dürfen, kein Müssen», findet er.

Die zahlreichen Wanderer können ab dem Wochenende die Aussicht vom Guggershörnli wieder geniessen. Heute Freitag bleibt diese aber noch den beiden Arbeitern vorbehalten.

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