Sanfter Tourismus an der Sonne

Eine straffere Organisation, viel Natur und trotzdem neue Angebote. Geschäftsführer Christoph Kauz und Ruedi ­Flückiger vom Förderverein über Gegenwart und Zukunft im Naturpark Gantrisch.

Stillleben mit Bär: Christoph Kauz (links) und Ruedi Flückiger in der Geschäftsstelle des Naturparks Gantrisch. Rechts ein Bär aus der Südschweiz.

Stillleben mit Bär: Christoph Kauz (links) und Ruedi Flückiger in der Geschäftsstelle des Naturparks Gantrisch. Rechts ein Bär aus der Südschweiz.

(Bild: Urs Baumann)

Naturpark heisst Natur. Möchten Sie im Gantrischgebiet eher mehr oder weniger Besucher?Ruedi Flückiger:Wir möchten die Besucher des Naturparks vor allem an den richtigen Orten. Deshalb haben wir auch das Projekt Besucherlenkung.
Christoph Kauz: Wichtig ist die Nachhaltigkeit. Das heisst, Natur, Gesellschaft und Wirtschaft müssen sich im Einklang befinden. Wir wollen gleichzeitig gute Wege für Wanderer und Biker ­anbieten und durch Besucher­lenkung sensible Gebiete entlasten, um Tiere wie das Birkhuhn und den Moorschmetterling zu schützen.

Die Geschäftsstelle in Schwar­zenburg wird reorganisiert. ­Bedeutet das mehr Effizienz? Die Frage «Was machen die vom Naturpark eigentlich?» hört man ab und zu.Ruedi Flückiger: Nach fünf Jahren stellten wir fest, dass es immer mehr Projekte gibt. Hier gilt es, zu straffen. Wir haben manches gebündelt, und die Projekte werden jetzt alle professionell ­geleitet.
Christoph Kauz: Durch das Zusammenfassen von Projekten können wir Synergien nutzen und erreichen so auch mehr Effizienz . Für mich persönlich heisst das: Statt elf Projekte zu führen, kümmere ich mich vorwiegend um die Geschäftsleitung und den Parkbetrieb.

Auch ein Naturpark braucht eine Infrastruktur, beispielsweise für Verpflegung und Übernachten. Das Gurnigel-Berghaus ist sanierungsbedürftig, das Schwefelbergbad ist schon längere Zeit geschlossen.Ruedi Flückiger: Bis jetzt konnten wir da leider nicht eingreifen. Aber in Zukunft wollen wir enger mit der Wirtschaft zusammenarbeiten und Gespräche mit Banken und Gewerbe aufnehmen. Da ist zum Beispiel die Wiedereröffnung des Schwefelbergbads ein Thema. Auch für das Gurnigel-Berghaus und für Gruppenunterkünfte sind bereits Ideen vorhanden. Es ist uns wichtig, genügend Unterkünfte anzubieten.
Christoph Kauz: Wir erstellten ein Inventar der vorhandenen Unterkünfte, können aber nichts finanzieren. Wir helfen jedoch mit, dass Gelder von Gemeinden, der Wirtschaft und von Privaten in die Infrastruktur des Parks einfliessen.

Das Gantrischgebiet ist nicht schneesicher. Was bieten Sie den Besuchern im Winter, wenn kein Schnee liegt?Christoph Kauz: Es hat Vor- und Nachteile, wenn kein Schnee liegt. Im Gurnigel-Gantrisch-Gebiet scheint sehr oft die Sonne, wenn es unten neblig ist. Ohne Schnee kann man bei uns im ­Winter wandern. Deshalb möchten wir schauen, dass auch im Winter Verpflegungsmöglichkeiten vorhanden sind.

Und wie sieht es im Sommer aus? Was für Aktivitäten gibt es für die, die nicht nur wandern wollen?Christoph Kauz:Man kann beispielsweise E-Bike und Trottinett fahren, in Kombination mit einem Besuch im Seilpark Län­geneybad. Wir bieten auch Besuche in Alphütten an, wo man bei der Herstellung von Geisskäse zusehen kann.
Ruedi Flückiger: In Zukunft stellen wir uns Packages vor, Akti­vitäten gekoppelt mit Essen und Übernachten. Für diese Packages wollen wir auch die Zusam­menarbeit mit Schwarzsee verstärken.

Und wie steht es um die Vermarktung der Produkte aus dem Naturpark?Ruedi Flückiger: Im Naturpark Gantrisch gibt es mittlerweile rund 300 verschiedene zertifizierte Produkte. Das geht von Fleischprodukten über Freilandeier bis zu Leinsamen und Güezi. Diese und weitere regionale Produkte wollen wir in Zukunft besser vermarkten.
Christoph Kauz: Wir hoffen, einige Produkte demnächst in einem lokalen Geschäft der Stadt Bern anbieten zu können.

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