Rüge wegen Fahrverbot

Wabern

Köniz muss das Fahrverbot mit strengerer Zubringerregel für den Gur­tenweg aufheben. Das Verwaltungsgericht stützt die Beschwerden zweier Anwohner.

Lucia Probst

Der Könizer Gemeinderat wies die Beschwerden ab, ebenso der Regierungsstatthalter. Doch nun gibt das Verwaltungsgericht zwei Anwohnern des Gurtenwegs in Wabern recht. Sie wehrten sich gegen das Fahrverbot mit strengerer Zubringerregel, das die Gemeinde für den Gurtenweg erlassen hatte. Das Verwaltungs­gericht verfügt, die neue Regelung sei aufzuheben, sie trage zu wenig zur Verkehrssicherheit bei. Auch die Beschwerdeführer argumentierten, sie sei unverhältnismässig und ungeeignet, um die Situation zu verbessern.

Die Gemeinde wollte mit der neuen Regel vor allem die Sicherheit für den Langsamverkehr erhöhen. Das strengere Zubringerregime sollte verhindern, dass Autos und Mofas die schmale Strasse weiterhin als Verbindung zwischen dem Gurtenbühlweg und dem Spiegel nutzen. Auf dem Weg konnten auch keine Autos kreuzen, wodurch es zu Rückwärtsfahrten kam. Auch diese wollte die Gemeinde minimieren.

Auf Gutachten gestützt

Aktuell gilt auf dem Gurtenweg ein Fahrverbot mit Zubringerdienst bei Tempo 30. Neu sah die Gemeinde aber vor allem noch die Zufahrt bis zu den Schrebergärten vor, ein Teil des Gurtenwegs sollte für den motorisierten Verkehr durch einen Pfosten komplett gesperrt werden.

Das Verwaltungsgericht liess die Situation durch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) prüfen. Sie ortet trotz des eingeschränkten Zubringerdienstes Sicherheitsdefizite auf dem schmalen, steilen und unübersichtlichen Weg, insbesondere, was die Sicht betrifft. Die BfU kommt sogar zum Schluss, die neue Situation verschlechtere die Verkehrssicherheit.

Das Verwaltungsgericht hält die Gemeinde nun an, über die Bücher zu gehen. Obwohl der Gurtenweg als historischer Verkehrsweg inventarisiert sei, seien auch bauliche Massnahmen möglich, hält es im Urteil fest. Ein anderer Vorschlag ist ein Fahrverbot ganz ohne Zubringerdienst.

Man werde ein neues Projekt starten, sagt Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) dazu.

Berner Zeitung

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