Rösseler sollen einem Park weichen

Stadt Bern

Die Stadt möchte auf der Aussenanlage des Nationalen Pferde­zentrums im Breitenrain einen Park realisieren. Die ­Planung geht dabei eher trabend voran.

Verschwindet die Reitidylle? Die Stadt will im Springgarten im Breitenrain einen Stadtpark realisieren.

Verschwindet die Reitidylle? Die Stadt will im Springgarten im Breitenrain einen Stadtpark realisieren.

(Bild: Raphael Moser)

Michael Bucher@MichuBucher

Südlich des Bernexpo-Geländes, eingeklemmt zwischen Minger- und Laubeggstrasse, verbirgt sich eine der grössten zusammenhängenden Grünflächen der Stadt Bern. Über eine Länge von rund einem halben Kilometer verzückt sie all jene mit ländlichem Charme, die abseits der lärmigen Strassen vom Breitenrain in den Rosengarten spazieren wollen.

Das Problem ist nur: Nutzen darf man die Parkanlage nicht. Denn es handelt sich um die Aussenanlage des dort ansässigen Nationalen Pferdezentrums. An warmen Sommertagen wird dort im Rahmen von Reitkursen intensiv galoppiert und voltigiert. Doch dann gibt es die anderen Tage, an denen der Springgarten wie ausgestorben wirkt und sich manch einer fragt, ob die gut gelegene Grünfläche nicht besser genutzt werden könnte.

Burgergemeinde will bauen

Pläne, damit die Berner Bevölkerung Zugang zu dem Bijou hat, existieren schon eine Weile. Denn das Areal gehört der Burgergemeinde Bern und ist seit Jahren eingezontes Bauland, wo dereinst Wohnungen entstehen sollen. Laut Burgergemeinde sind 78 000 m2 der Fläche Bauzone und 23 000 m2 Schutzzone.

Auf der vorgesehenen Grünfläche will nun die Stadt aktiv werden und einen öffentlichen Stadtpark für die Breitenrain- und Schosshaldenbewohner realisieren. Diese Information ist dem 85-seitigen Freiraumkonzept für die Stadt Bern zu entnehmen, welches gestern publiziert wurde. Weitere Parks sind an folgenden Standorten geplant: Gaswerkareal, Viererfeld-Mittelfeld, Wyssloch, Schloss Holligen und Weyermannshaus.

Nur ein Mietvertrag

Sind die Rösseler im hinteren Breitenrain also unerwünscht? So will man dies nicht verstanden haben. Stadtplaner Mark Werren meint jedoch: «Wir sind bei der Planung auf den Goodwill des Pferdezentrums angewiesen.» Will heissen: Idealerweise sucht das Zentrum von sich aus nach einem Ersatzstandort.

«Wir sind bei der Planung auf den Goodwill des ­Pferdezentrums angewiesen.»Mark Werren, Stadtplaner

Bei der Burgergemeinde Bern tönt es noch weniger konkret: «Die Stadtentwicklung liegt bei der Stadt, für ihre Anliegen sind wir offen», sagt Stefanie ­Gerber, die Kommunikationsverantwortliche bei der Burgergemeinde. Das Pferdezentrum habe sich auf dem Areal lediglich eingemietet, ein langfristiges Baurecht ­besteht also nicht. Den Mietvertrag könnte die Burgergemeinde theoretisch jederzeit künden und damit den Weg freimachen für Wohnungen und Grünfläche.

Von einem Entscheid in dieser Hinsicht sei man aber noch weit entfernt, so Stefanie Gerber. Und ausserdem fügt sie an: «Wir pflegen mit dem Pferdezentrum eine langjährige Partnerschaft und ­sehen uns als verlässlicher Partner.» Das Nationale Pferdezen­trum Bern konnte gestern für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

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