Righetti: «Bern hat noch viel Entwicklungspotenzial»

Bern

Die Miss-Schweiz-Wahl kehrt Bern den Rücken. Organisator Claudio Righetti begründet den Rückzug aus der Bundeshauptstadt mit den Protesten gegen den Anlass und den damit einhergehenden negativen Schlagzeilen.

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Michael Bucher@MichuBucher

Herr Righetti, warum haben Sie beschlossen, nach nur einer Miss-Schweiz-Wahl in Bern der Stadt bereits wieder den Rücken zu kehren?
Claudio Righetti: Die Demonstration und vor allem die darauf folgende, bis heute andauernde politische Diskussion waren der Grund, warum wir auch andere Städte als Durchführungsort geprüft haben. Medienschlagzeilen wie «Miss Schweiz wird ein Fall für die Justiz» warfen einen unschönen Schatten über die Wahl. Die Dimension und Ausstrahlung des Events für Bern sowie der karitative Aspekt der Veranstaltung mit der Übergabe eines Schecks über 250‘000 Franken an die Stiftung Corelina sind dabei nur zwei Aspekte, die fast komplett untergegangen sind.

Eine Woche nach der Wahl waren Sie aber noch zufrieden und liessen verlauteten, man wolle die Wahl künftig am Standort Bern etablieren.
Die Wahl in Bern zu etablieren war unser Ziel. Glauben Sie mir: Als Berner schmerzte es mich sehr, diesen Vorsatz im Nachgang zur Wahl wieder verwerfen zu müssen. Aber die Aufregung um den Austragungsort Bundesplatz war zu gross, um einfach zur Tagesordnung überzugehen und an einer Fortsetzung hier festzuhalten. Deshalb haben wir auch andere Durchführungsorte geprüft.

Welche Orte waren das?
Nur das Stadttheater war für uns eine Option. Das steht leider wegen des Umbaus nicht zur Verfügung.

Fühlten Sie sich von der Stadt Bern zu wenig unterstützt?
Der Gemeinderat und die Berner Behörden haben uns zu jederzeit energisch unterstützt und auch ermutigt. Mit Alexander Tschäppät war der Austausch überaus kollegial, hilfsbereit und zu jederzeit wurde offen und transparent kommuniziert. Dazu gehört auch, Entscheidungen mit Blick in die Zukunft richtig einzuschätzen. In diesem Punkt war uns die Meinung des Stadtpräsidenten nicht nur wichtig, sondern wir tragen sie als Veranstalter auch gleichermassen überzeugt mit.

Wird eine Rückkehr nach Bern ganz ausgeschlossen?
Natürlich nicht. Wir werden den Durchführungsort jedes Jahr neu wählen.

Hat der neue Standortentscheid auch mit den neuen Sponsoren (L’Oreal Schweiz) zu tun?
Nein. Der Veranstaltungsort wurde von der Miss Schweiz Organisation bestimmt. Mit L’Oréal haben wir einen starken Partner gewinnen können, der uns in der Umsetzung der Neuausrichtung der Miss Schweiz mit Überzeugung und Engagement unterstützen wird. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit L’Oréal.

Ist Bern zu wenig weltoffen?
Fragen Sie mal in die Welt, wer Bern wirklich kennt. Wir haben noch viel Entwicklungspotenzial. Vielleicht sollten wir heute damit anfangen, uns zu fragen, was wir mit Bern als Hauptstadt der Schweiz schuldig sind, und uns nicht immer nur zu fragen, was wir als Berner von Bern erwarten!

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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