RGM auf dem Zenit, Bürgerliche am Boden

Mirjam Messerli, Leiterin Ressort Stadt Bern, zu den Stapi- und Gemeinderatswahlen.

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4:1 lautet seit Sonntag das Verhältnis in der fünfköpfigen Stadtberner Regierung. Rot-Grün-Mitte (RGM) holt einen vierten Sitz, der bürgerlichste Vertreter im Gemeinderat ist ab 2017 Mitte-Mann Reto Nause (CVP).

Mit ihrem Alleingang hat die SVP nicht nur keinen eigenen Kandidaten in die Regierung gebracht, sondern letztlich den freisinnigen Finanzdirektor Alexandre Schmidt aus dem Amt bugsiert. Mit einer gemeinsamen Liste wäre Schmidt gerettet gewesen.

Nunmehr seit Jahren gelingt den Bürgerlichen nicht, was Rot-Grün-Mitte auch dieses Mal wieder meisterlich geschafft hat: Eigeninteressen zurückzustellen und einem Bündnis und einer gemeinsamen politischen Haltung Priorität einzuräumen.

Das einzige, was man von bürgerlicher Seite hört, ist Gejammer über rot-grüne Machtpolitik.Mirjam Messerli, Leiterin Ressort Stadt Bern

Das einzige, was man von bürgerlicher Seite hört, ist Gejammer über rot-grüne Machtpolitik. In den kommenden vier Jahren müssen sich die Parteileitungen von SVP und FDP mehr einfallen lassen als über die anderen zu klagen. RGM hat dafür die Verantwortung, seine absolute Übermacht nicht auszunutzen.

Wie belastbar das RGM-Bündnis tatsächlich ist, wird sich in den Wochen bis zum zweiten Stapi-Wahlgang am 15. Januar weisen. Noch hat sich keiner der drei Kandidierenden aus dem Rennen genommen. Der Wahlkampf bleibe fair und respektvoll, versicherten gestern alle Bündnispartner. Diese Haltung ist letztlich wohl das Erfolgsgeheimnis von Rot-Grün-Mitte.

mirjam.messerli@bernerzeitung.ch

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