Restaurant wird Teil von Brennerei

Aarberg

Die Brennerei Matter-Luginbühl AG hat das Restaurant Bahnhöfli in Aarberg gekauft. Es ist eine Rückkehr zu den Wurzeln – diese sollen im neuen Ladengeschäft erlebbar sein.

Im ehemaligen Restaurant richten Oliver und Nicole Matter ihren neuen Laden ein.

Im ehemaligen Restaurant richten Oliver und Nicole Matter ihren neuen Laden ein.

(Bild: Reto Probst/BT)

Oliver und Nicole Matter, die in vierter Generation die Brennerei Matter-Luginbühl AG in Kallnach betreiben, haben in den letzten Jahren schöne Erfolge gefeiert. Die Exporte konnten sie stetig steigern, die Produktion ausweiten. Doch das hat eine Kehrseite: In der Brennerei wird der Platz knapp. Darum konnten Matters seit längerer Zeit weder Besichtigungen noch Brennkurse anbieten.

Lebenslanges Wohnrecht

Zur gleichen Zeit fragten sich ein paar Kilometer weiter östlich Ernst Luginbühl und Peter Jaberg, wie lange sie ihre Erlebnisgastronomie im Restaurant Bahnhöfli noch betreiben wollten. Beide sind über 70, kochen nur noch an den Wochenenden. Wie mit der Weinhandlung besteht auch beim Bahnhöfli ein unternehmerischer und familiärer Hintergrund: Aus der ursprünglichen Firma Luginbühl-Bögli gingen in den 1980er-Jahren bei der Übergabe an die dritte Generation die Brennerei, das Restaurant und die Weinhandlung hervor.

Für Ernst Luginbühl und Peter Jaberg jedenfalls kam die Kaufanfrage von Oliver und Nicole Matter gerade recht. Sie übernehmen das Gebäude, dem Wirtepaar wird lebenslanges Wohnrecht eingeräumt.

Das Erbe sichtbar machen

Das Gebäude wird umgebaut. Der Keller wird zum Lager, ein Warenlift die Stockwerke verbinden. Im ersten Stock entstehen Büroräumlichkeiten, im zweiten befindet sich wie bisher die Wohnung von Ernst Luginbühl und Peter Jaberg. Im Parterre, wo noch das Restaurant ist, entsteht ein Ladenlokal. Es soll das Erbe der Brennerei verdeutlichen. Das Martinazzi-Stübli, das bereits zum Jubiläum des Aperitif-Longsellers reaktiviert wurde, wird ins Ladenlokal integriert, ist es doch quasi identisch geblieben wie bei seiner Eröffnung im Jahr 1947. Abgerissen wird der angebaute Gebäudeteil mit Garage, Waschhaus und dem alten Bierdepot. Auf der frei werdenden Fläche gibt es Parkplätze.

In der Nische bleiben

Das bestverkaufte Produkt der Brennerei Matter-Luginbühl ist der Gran Classico, ein Bitter, dessen Rezept im Jahr 1864 in Turin entwickelt wurde. Hinzu kommt der Trend in der Gastronomie, Alternativen zu grossen Marken anzubieten und sich damit differenzieren zu können.

Sechs Angestellte sind im Unternehmen beschäftigt, sie teilen sich 500 Stellenprozente. In den letzten Jahren wurde das Sortiment bereinigt: Die Matter-Luginbühl AG konzentriert sich auf hochwertige Nischenprodukte, die Produktion von sogenannter «Literware» wurde eingestellt. Einen Verkauf über die Grossverteiler erachten Oliver und Nicole Matter dafür in der Regel nicht als geeignet. Matter-Produkte gibt es bei ausgewählten Wiederverkäufern – und ab dem nächsten Jahr im Bahnhöfli in Aarberg.

Berner Zeitung

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