Restaurant Bahnhof ist verkauft

Schwarzenburg

Der ­Gasthof Bahnhof ist verkauft. Die Absichten der neuen Eigentümer sind nicht ­bekannt. Die Initianten einer Kulturbeiz sind konsterniert.

Gasthof Bahnhof: Wie sieht die Zukunft unter der neuen Eigentümerschaft aus?<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Gasthof Bahnhof: Wie sieht die Zukunft unter der neuen Eigentümerschaft aus?

(Bild: zvg)

Mehr als drei Jahre lang suchte Eigentümerin Astrid Schaer einen Käufer für den Gasthof Bahnhof in Schwarzenburg. Nun ist sie fündig geworden. Die ehemalige Bahnhofwirtin informierte kürzlich den Gemeinderat wie auch die Genossenschaft Bahnhof Schwarzenburg über den Verkauf.

Dies bestätigen Gemeindepräsident Martin Haller (SVP) sowie Philipp Baumann, Präsident der Genossenschaft. Schaer selbst war in den letzten Tagen nicht zu erreichen. Die Käuferschaft ist unbekannt.

Im Frühling hatte Schaer mit einem Interessenten einen Kaufrechtsvertrag abgeschlossen. Der Vertragspartner hatte bis 1. September Zeit, sich zu entscheiden, ob er den Bahnhof kauft. Nun hat er die Zusage bereits viel früher gegeben – zur grossen Überraschung von Baumann und seinen Mitstreitern in der Genossenschaft.

«Dieser Deal wurde innert kürzester Zeit abgewickelt, das wirft Fragen auf», sagt Baumann. Insbesondere jene, ob damit die Idee der Genossenschaft gestorben ist, den Gasthof zu neuem ­Leben zu erwecken.

Kein Kontakt mit dem Käufer

Der 110-jährige Gasthof Bahnhof ist seit September 2013 geschlossen. Im letzten Sommer formierte sich die Genossenschaft mit dem Ziel, den denkmalgeschützten Gasthof selber zu kaufen und darin eine Kulturbeiz einzurichten.

Gemäss Konzept sollte das Restaurant regionale Küche anbieten, die Terrasse zum Treffpunkt für das ganze Dorf werden und der grosse Saal für Kulturanlässe und Vereine offen stehen. Dafür suchten die Initianten Genossenschafter und Spender.

Doch jetzt kommt die Genossenschaft nicht zum Zug. Bis heute ist eine Viertelmillion Franken zusammengekommen. Das ist zu wenig, um in Kaufverhandlungen einzusteigen.

Doch Baumann ist überzeugt, dass die Genossenschaft bis spätestens im Sommer 2018 das nötige Eigenkapital von einer Million Franken hätte aufbringen können. «Wir hatten noch ein paar Ideen, wie wir zu Geld kommen.» Wie es scheint, spielt sie auch in den Plänen des neuen Eigentümers keine Rolle. «Bis jetzt wurden wir von ihm jedenfalls nicht kontaktiert», sagt Baumann enttäuscht.

Wohnung statt Saal

Nun rätseln die Schwarzenburger, wer der Käufer des Bahnhofs ist. Und sie erinnern sich an eine ähnliche Geschichte, die noch keine zwei Jahre alt ist. Im Sommer 2015 kaufte die Immobilienfirma Nerinvest den Gasthof Bären in Schwarzenburg. Bis dahin gehörte das Haus der Familie Portner, die den Bären seither pachtet.

Die Nerinvest restaurierte das Gasthaus und nutzte einen Teil in Wohnungen um. Den früheren Bärensaal baute sie in eine 5½-Zimmer-Wohnung aus. Die Firma mit Sitz in Ins gehört dem ehemaligen Schwarzenburger Walter Zahnd. Nun wird gemutmasst, dass die Nerinvest auch hinter dem Bahnhof­deal steckt. Zahnd war gestern nicht zu sprechen.

Philipp Baumann befürchtet, dass mit dem Restaurant Bahnhof das Gleiche passiert und dass der Saal Wohnungen Platz machen muss. «Die Gefahr ist gross.» Dabei ist er überzeugt, dass der Saal rentabel betrieben werden könnte.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt