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Reitschul-Umzug: Unbewilligt, aber nicht verboten

Am Samstag soll mit einem Umzug durch die Stadt der 30. Geburtstag der Reitschule gefeiert werden. Es wurde kein Gesuch gestellt. Der Gemeinderat hat den Umzug aber auch nicht explizit untersagt.

Für Samstag sind mehrere Demonstrationen angekündigt. Eine davon zelebriert das 30-jährige Bestehen des Kulturzentrums Reitschule. (Archivbild)
Für Samstag sind mehrere Demonstrationen angekündigt. Eine davon zelebriert das 30-jährige Bestehen des Kulturzentrums Reitschule. (Archivbild)
Jürg Spori

Bereits zum dritten Mal in diesem Monat wird in der Stadt Bern für eine unbewilligte Demo mobilisiert. Am Samstag wollen Freundinnen und Freunde der Reitschule den 30. Geburtstag des Kulturzentrums feiern – unter anderem mit einem Umzug, der um 18 Uhr beim Bärengraben startet.

Ein Gesuch haben die Organisatoren nicht gestellt. Dennoch zeigt sich die Stadtregierung dem Anlass gegenüber offener als zuvor den beiden ebenfalls unbewilligten Antifa-Spaziergängen. Diese wurden im Vorfeld vom Gemeinderat untersagt und darum von der Polizei verhindert.

«Andere Ausgangslage»

Der Gemeinderat habe über die Ausgangslage für den Reitschule-Umzug diskutiert, sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). Diese präsentiere sich anders als vor den Antifa-Spaziergängen. Die Besammlung für den Umzug finde nicht mitten in der Stadt und ausserhalb der Ladenöffnungszeiten statt. Wird der Anlass demnach einfach laufen gelassen? So könne man das nicht sagen, präzisiert Nause. Die Polizei werde mit einem «entsprechenden Dispositiv» vor Ort sein und «die Lage beobachten».

Es sei bedauerlich, dass kein Gesuch gestellt worden sei. «Wenn im Vorfeld kein Ansprechpartner da und kein Dialog möglich ist, ist es schwierig, darauf zu vertrauen, dass eine Demo friedlich abläuft.» Die Umzugsroute beispielsweise kenne der Gemeinderat nur deswegen, weil die Organisatoren sie Bernmobil bekannt gegeben hätten. Die Kundgebung soll vom Bärengraben die Altstadt hinaufführen.

Zweite heikle Demo

Dass es auch anders gehen kann, zeigen die Organisatoren einer Kundgebung für die Unabhängigkeit von Katalonien: Sie haben ein Gesuch gestellt und dürfen am Samstagnachmittag auf dem Bundesplatz demonstrieren. In diesem Fall sei die politische Situation der heikle Faktor, nicht aber die Organisatoren, sagt Nause.

Wie bereits in mehreren europäischen Städten versammeln sich Unterstützerinnen und Unterstützer um Solidarität mit der katalonischen Unabhängigkeitsbewegung zu zeigen.

Die «Catalan National Assembly» (CNA) ruft unter anderem auf Facebook zur Kundgebung auf. Die Organisation will nach eigenen Angaben auf friedlichem und demokratischen Weg die Unabhängigkeit Kataloniens erreichen. Anders als die Reitschule-Demo ist diese Kundgebung bewilligt.

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