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Reitschule verteidigt Wegweisung – CVP lobt Nause

Reto Nause (CVP) wurde am Freitagabend vom Vorplatz weggewiesen. Die Reitschule verteidigt dies. «Der Rechtsstaat kapituliert», findet dagegen CVP-Präsident Gerhard Pfister.

«Ich glaube, dass wir ein Problem haben.» Reto Nause ärgert sich über das Vorgehen der Reitschule.
«Ich glaube, dass wir ein Problem haben.» Reto Nause ärgert sich über das Vorgehen der Reitschule.
Nicole Philipp

Am späten Freitagabend hat der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) nach eigenen Angaben den Vorplatz der Reitschule verlassen müssen. Anschliessend lieferte er sich auf Twitter ein Wortgefecht mit den Betreibern des alternativen Kulturzentrums.

Nause besuchte am Freitagabend zuerst ein Konzert im Bierhübeli. Wieso er sich danach zur Reitschule begab, begründet er wie folgt: «Ich war auf dem Weg vom Konzert nach Hause und wollte mir ein Bild von der Situation vor der Reitschule machen. Als ich dort kurz nach 23 Uhr eintraf, war der Polizeieinsatz schon längst vorbei. Mir war nicht präsent, dass ein Polizeieinsatz geplant war. Mein Vorbeischauen hatte also keinen Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz.»

Dealer boten Drogen an

Nause beklagte sich auf Twitter zudem darüber, dass ihm auf dem Weg über den Vorplatz fünfmal Kokain und dreimal Haschisch angeboten worden sei. «Ich glaube, dass wir ein Problem haben.» Ein Twitter-User zog einen anderen Schluss: «Sie scheinen den gängigen Stereotypen zu entsprechen», antwortete er Nause.

Reitschule spricht von Provokation

In einer Stellungnahme äusserte sich auch die Reitschule zum Vorfall: Reto Nause habe den Vorplatz nach dem «übertriebenen Einsatz» der Polizei aufgesucht. Und weiter schreibt sie: «In dieser Situation war klar, dass dies eine Provokation bedeutete. Wir sind der Meinung, dass die Diskussion über die Wegweisung stark von dem unverhältnismässigen Polizeieinsatz mit 50 PolizistInnen ablenkt, deren Eindringen in das Restaurant Sous le Pont offenbar im Voraus geplant war.» Sie wolle der Aktion von Reto Nause daher nicht mehr Aufmerksamkeit schenken als die Worte: «Es ist üblich, dass Leute vom Vorplatz weggewiesen werden, die den Betrieb der Reitschule stören.»

Das Lob von der CVP

Die CVP der Stadt Bern gratulierte ihrem Gemeinderat zu seinem Vorgehen: «Bravo, Reto Nause», twitterte sie. Aus der Sicht des Jugendschutzes sei es zentral, dass die Polizei den Deal auf dem Vorplatz und in der Reitschule bekämpft, schrieb die Partei. Es sei unsäglich, wenn Teenager mit Drogen angefixt würden.

Der Vorfall stiess gar auf nationaler Ebene auf Widerhall. «Der Rechtsstaat kapituliert», twitterte Gerhard Pfister, der Präsident der CVP Schweiz.

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