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Reitschule kritisiert Antwort der Regierung

Die Reitschule beurteilt den Polizeieinsatz während der Tumulte auf der Berner Schützenmatte von letztem September immer noch anders als die Behörden.

Diese Szenen ereigneten sich Anfang September 2018 vor der Berner Reitschule. <i>Video: Leserreporter</i>

Das alternative Kulturzentrum Reitschule kritisiert den Regierungsrat, er nehme die Polizei einseitig in Schutz. Anlass für die Kritik war die Antwort der Kantonsregierung auf ein Interpellation zweier Grossrätinnen zu einer Krawallnacht im September 2018.

Was in der Septembernacht geschah, interpretierten die Polizei und die Reitschule sehr unterschiedlich. Die Reitschule warf der Polizei unter anderem vor, sie habe die Gesundheit vieler Menschen aufs Spiel gesetzt. Die Polizisten hätten beim Abfeuern von Gummigeschossen den Sicherheitsabstand nicht eingehalten und auf Kopfhöhe geschossen.

Stundenlang dauerten die Scharmützel bei der Reitschule in der Nacht auf Sonntag.
Stundenlang dauerten die Scharmützel bei der Reitschule in der Nacht auf Sonntag.
Leserreporter
Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.
Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.
PD/Reitschule Bern
Solche Gummigeschosse lagen nach dem Vorfall vor der Reitschule herum.
Solche Gummigeschosse lagen nach dem Vorfall vor der Reitschule herum.
PD/Reitschule Bern
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Zwei Grossrätinnen der Alternativen Linken und der SP/JUSO gelangten mit einer Interpellation an die Kantonsregierung und verlangten Auskunft zum Polizeieinsatz. Der Regierungsrat stellte sich in seiner am Montag publizierten Antwort klar hinter die Polizei.

An besagtem Abend bewarf eine Gruppe, unter denen sich auch Vermummte befanden, die Polizei auf der Schützenmatte mit Flaschen, Steinen und Eisenstangen. Die Polizei reagierte mit Gummischrot und Reizstoff.

«Die Gewaltbereitschaft, die von Personen aus dem Umfeld der Reitschule immer häufiger gegen Mitarbeitende von Polizei, Feuerwehr und Sanität im Raum Schützenmatte ausgeht», verurteile die Regierung entschieden, heisst es in der Antwort auf die Interpellation.

Die geltende Sicherheitsdistanz sei von den Polizeikräften eingehalten worden. Laut Kantonsregierung versucht die Polizei stets, unbeteiligte Dritte nicht in Mitleidenschaft zu ziehen und im Rahmen des Möglichen Warnungen abzusetzen.

«Dennoch lassen sich bei derartigen Polizeieinsätzen jeweils nicht alle Risiken vermeiden, insbesondere wenn es zu Notwehr-Situationen kommt», führte der Regierungsrat weiter aus.

Bei dem zur Diskussion stehenden Einsatz hätten die Unbeteiligten allerdings bei der sich abzeichnenden Eskalation genügend Zeit gehabt, um sich rechtzeitig vom Ort des Geschehens und aus der Gefahrenzone zu entfernen.

Die Reitschule wiederum zeigte sich am Dienstag empört über die Antwort. Die Regierung weise kritische Fragen «reflexartig» zurück. Offenbar sei sie nicht bereit, die deutlich auseinandergehenden Versionen zu den Geschehnissen zu vergleichen und «sich mit allen Aspekten der Vorfälle» auseinanderzusetzen.

SDA/mb

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