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Reicht die Schneedecke aus, wird gefahren

Skilifte im Flachland sind ein unsicheres Geschäft. Es gibt Jahre, da zieht der Winter vorbei, ohne je eine ausreichende Schneedecke hinterlassen zu haben. Umso schöner, wenn der Schnee da ist.

Während die Kinder die beleuchtete Piste in Beschlag nehmen, gönnen sich die Eltern im Skilift-Beizli einen Glühwein.
Während die Kinder die beleuchtete Piste in Beschlag nehmen, gönnen sich die Eltern im Skilift-Beizli einen Glühwein.
Iris Andermatt

Alle paar Minuten ist beim Skilift-Beizli ein Rumpeln zu hören. Ein Mädchen – so klein, dass es die Tischplatten noch von unten sieht – fährt in einem Zug direkt den Hang hinunter, setzt kurz vor Pistenende zum Stemmbogen an und knallt dann mit dem Resttempo voll in die Absperrseile. Manchmal ist noch ein Bob im Weg. Aber das stört die kleine Rennfahrerin nicht. Sie zupft sich kurz Helm und Jacke zurecht, streicht die blonden Strähnen aus dem Gesicht, und ein paar Skatingschritte später steht sie wieder am Lift. Nächste Fahrt.

Freitagabend, 19 Uhr: Das Wochenende ist erst wenige Stunden alt. Rund um das Skilift-Beizli in Biglen haben sich gut ein Dutzend Familien versammelt. Während die Eltern sich einen Glühwein und eine Portion Chäsbrägu gönnen, nehmen die Kinder den Skihang am westlichen Dorfende in Beschlag. Pausenlos geht es rauf und runter. Die meisten stehen augenscheinlich nicht das erste Mal auf zwei Brettern. Dies, obwohl der Hang dazu wie gemacht wäre. «Um Ski fahren zu lernen, ist es hier optimal», sagt Stefan Hofer vom Skiliftverein Biglen. Nicht zu flach, nicht zu steil, ohne grosse Hindernisse.

Der Skilift läuft dank Herzblut

Es ist erst das zweite Wochenende in diesem Winter, an dem der Skilift Biglen in Betrieb ist. Und es ist das erste Mal, dass an einem Abend gefahren wird. Alle paar Minuten trifft ein Auto ein, die Ski werden aus dem Kofferraum geräumt, und bereits fünf Minuten später stehen die Kinder oben am Hang. Trotzdem gibt es auch in Biglen Zeiten, zu denen man anstehen muss. «Letzten Sonntag standen da 50 Autos», sagt Stefan Hofer und zeigt zum improvisierten Parkplatz am Strassenrand. Das Skigebiet Biglen möge zwar klein sein. Aber wenn der Lift in Betrieb sei, dann kämen die Leute, sagt Hofer. «Es ist schön, dass die Kinder noch vor der eigenen Haustüre Ski fahren können und nicht ins Oberland müssen», sagt der dreifache Vater.

Hofers Verein setzt sich dafür ein, dass das auch künftig möglich sein wird. Der Lift wird finanziert durch Abos (Tageskarte: 10 Franken), die Einnahmen aus dem Beizli und Sponsorenbeiträge. Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich. Wie gross der Aufwand jeweils sein wird, ist schwierig abzuschätzen. Letzte Saison lief der Lift nur gerade an einem Wochenende, vorletzte waren es hingegen gleich sechs Wochenenden. Eines ist immer klar: «Wenn es genügend Schnee hat, wird gefahren», sagt Hofer.

«Magsch no?» – Na klar

Plumps, wieder fliegt die kleine Rennfahrerin in die Seile. Ihre Mutter schaut sie an: «Magsch no?» Ein kurzes Nicken. Bis 21 Uhr hat der Lift offen. Nächste Fahrt.

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