Regierungsrat will Porttunnel nicht vorziehen

Biel

Grossratsmitglieder verschiedenster Parteien haben den Regierungsrat aufgefordert, auf eine rasche Realisierung des Porttunnels zu drängen. Der Regierungsrat winkt ab.

Projektbild der umstrittenen Einfahrt ins Zentrum von Biel.

Projektbild der umstrittenen Einfahrt ins Zentrum von Biel.

(Bild: zvg/Tiefbauamt Kanton Bern)

Stefan von Bergen@StefanvonBergen

Der Regierungsrat des Kantons Bern stimmt vier kritischen Vorstössen aus dem Grossen Rat zu – wenn auch mit Vorbehalten. Noch vor einem Jahr wollte die Kantonsregierung nichts wissen vom Widerstand gegen die umstrittene Bieler Autobahnumfahrung. Seit der Grosse Rat im letzten Juni mit einer Motion die Evaluation eines Alternativprojekts der Westastgegner erzwang, hat die Regierung ihre Haltung schrittweise korrigiert – unter dem Eindruck des weiterhin wachsenden Widerstands in der Region Biel.

Zwei Vorstössen aus dem Mitte-links-Lager, die ein Moratorium oder gar einen Rückzug des offiziellen Westast-Ausführungsprojekts verlangen, stimmt der Regierungsrat nun mehr oder weniger zu, wie er gestern mitteilte. Er räumt offen ein, dass ein Rückzug möglich sei, findet aber, man wolle nicht vorschnell dem an einem runden Tisch gestarteten Dialogprozess vorgreifen. Dieser soll bis Sommer 2020 zu einer «konsolidierten Empfehlung für das weitere Vorgehen» führen. So lange ist das Projekt offiziell sistiert.

In den zwei weiteren Vorstössen fordern Motionäre, zu denen auch Vertreter von FDP und BDP gehören, den nicht bestrittenen Autobahnzubringer am rechten Bielerseeufer samt einem Tunnel in Port unabhängig vom blockierten Westast zu priorisieren. Der Regierungsrat will damit noch zuwarten, um nicht dem runden Tisch in die Quere zu kommen. Er versichert aber, dass auch der Porttunnel Gegenstand des Dialogs sei. Und er empfiehlt alle vier Vorstösse in der weniger verbindlichen Form eines Postulats zur Annahme.

Berner Zeitung

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