Recyclingdienst findet Anklang

Bern

Alle reziklierbaren Waren in einen Sack werfen, vor die Haustüre stellen und weg sind sie: Den Service dazu bietet «& Retour» seit Ende Mai in der Stadt Bern an und hat bereits 70 Abonnenten.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Erst ist es eine leere Weinflasche, dazu kommt eine Olivenölflasche und zwei Büchsen Mais. Eine leere Pet-Flasche. Und dann nach der Geburtstagsfeier des Mitbewohners sind es dann plötzlich fünf Taschen voller Leergut. Wer kennt das Szenario nicht? Immer verpasst man den Augenblick, in dem das Leergut noch überblickbar wäre.

Diesem Problem verschafft der Recycling-Dienst «& Retour» nun Abhilfe: Für knappe 5 Franken pro Sack, der 35 Liter fasst, können Stadtbewohner nun ihre reziklierbaren Abfälle bequem nach draussen stellen. Ähnlich wie der Abfalldienst werden die Säcke eingesammelt mit dem Unterschied, dass der Dienst privat ist und die Säcke daher nicht auf öffentlichem Grund abgestellt werden dürfen.

Hinter «&Retour» steckt die Gad Stiftung, die in Bern das Restaurant «&Eiger» am Eigerplatz und das Restaurant «&Söhne» in der Länggasse betreibt. Flo Eichenberger von der Stiftung erklärt: «Als die Idee entstand, habe ich eigentlich nur an die bequemen Zeitgenossen gedacht. Doch es gibt viele Ältere, die nicht mehr so viel Gewicht tragen können oder Behinderte, die sicherlich froh um einen solchen Service sind.» Für diese beiden Gruppen gebe es auch Ermässigungen für die Säcke.

Service derzeit nur für die Städter

Bei einer zweimonatigen Pilotphase im Bekanntenkreis wurden die letzten Unklarheiten geklärt, beispielsweise, was alles rezikliert werden kann (siehe Bildstrecke). Nach Verhandlungen mit der Stadt und dem Kompetenzzentrum Arbeit (KA), die für Integrationsprojekte zuständig ist, ist der Betrieb von «& Retour» Ende Mai gestartet. «Wir haben bereits 70 Abonnenten», freut sich Eichenberger. Jeweils Mittwochs werden die Säcke eingesammelt. Nebst Ferenz Poor und Christoph Kohler von der Stiftung arbeiten sechs weitere Personen mit, die Hilfe bei der beruflichen Integration brauchen.

Derzeit werden die Säcke nur in der Stadt Bern abgeholt, doch «wir haben viele Anfragen von ausserhalb», erklärt Eichenberger weiter. Noch lohne es sich nicht, für einen Sack nach Ostermundigen zu fahren. Auch werden alle Säcke am gleichen Tag abgeholt. Falls sich die Abonnentenzahl extrem steigern werde, würden die Abholzeiten auch auf verschiedene Tage aufgeteilt werden.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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