Bern

Realsatire nach dem Pausenpfiff

BernStadtberner Wirte, die einen Fussball-WM-Match im TV übertragen, müssen beim Pausenpfiff den Ton abschalten.

Wer in Bern beim Public Viewing die Halbzeitanalyse mitverfolgen will, muss des Lippenlesens mächtig sein.

Wer in Bern beim Public Viewing die Halbzeitanalyse mitverfolgen will, muss des Lippenlesens mächtig sein. Bild: Beat Mathys

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In zwei Monaten ist es wieder so weit: Am 14. Juni, um 17 Uhr, wird mit dem Spiel Russland - Saudiarabien die Fussball WM 2018 in Russland eröffnet. Obschon diese Partie kaum zum Strassenfeger mutiert, werden Abertausende in der Schweiz vor dem Bildschirm hocken. An der letzten WM in Brasilien schauten durchschnittlich 1,5 Millionen Schweizer Fussballfans die Liveübertragungen auf SRF an. Nicht alle tun das in den eigenen vier Wänden. In der Stadt Bern übertragen an WM und EM jeweils rund hundert Beizen die Spiele – auch im Aussenbezirk, auf der Gasse, unter den Lauben.

Keine Analysen

Für Wirte, die in der Stadt Bern draussen ein Spiel übertragen wollen, gelten spezielle Regeln – die mitunter an Seldwyla erinnern. Übertragen werden darf nur vom Anpfiff bis zum Schlusspfiff. Nach 90 Minuten (evtl. nach Penaltyschiessen oder Verlängerung) muss ausgeschaltet werden. Beim Pausenpfiff, so will es die Orts- und Gewerbepolizei, muss der Ton ebenfalls ausgeschaltet werden. Wer des Lippenlesens nicht kundig ist, bekommt von Analysen der ersten Halbzeit also nichts mit. Auch Interviews nach dem Schlusspfiff dürfen nicht übertragen werden. Geschweige denn Aufzeichnungen parallel verlaufender Spiele.

Ausnahmefall Bern

Das gibts weltweit wohl nur in der Schweiz – und hier nur in Bern. In Zürich und in Basel darf bis 15 Minuten nach Spielende – auch in der Halbzeitpause voll mit Ton! – übertragen werden; in Luzern sogar bis eine halbe Stunde nach Spielschluss. Diese Vorschriften galten bereits bei der letzten WM vor vier Jahren. «Wir haben nie Reklamationen erhalten, weder von Wirten noch vom Publikum», sagt Marc Heeb, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern. Es seien auch noch nie Bussen ausgesprochen worden. Für Marc Heeb sind die Vorschriften «vertretbar». Mit der stummen Matchpause will man Rücksicht auf die Anwohner nehmen. Es werde sonst «herumgezappt und Musik gehört», glaubt er. (sru)

Erstellt: 16.04.2018, 13:49 Uhr

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