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Razzien verärgern die Reitschule

In gut 20 Tagen hat die Kapo Bern rund um die Reitschule vier grössere Drogenrazzien durchgeführt. Nun rufen linksextreme Gruppen zum Widerstand auf.

Polizisten sind vor und besonders in der Reitschule keine gerngesehenen Gäste.
Polizisten sind vor und besonders in der Reitschule keine gerngesehenen Gäste.
Raphael Moser

Das Restaurant Sous le Pont war am Mittwoch voll besetzt, als gegen 20 Uhr die Polizei aufkreuzte. Sie verfolgte mehrere Personen, die sich zuvor auf der Schützenmatte einer Kontrolle entziehen wollten. Im Restaurant der Reitschule gab es dann kein Entrinnen mehr. Die Polizei kontrollierte mehrere Personen und nahm zwei davon fest. Ein 28-jähriger Nigerianer führte in seinem Körper zwei Kugeln Kokain mit sich, ein 29-jähriger Eritreer war bereits zu einer Haftstrafe ausgeschrieben.

Es war seit dem 23. Januar die vierte grössere Drogenrazzia, die im Umfeld der Reitschule durchgeführt wurde. Dabei nahm die Kapo Bern insgesamt 21 Personen fest und stellte fast 300 Gramm Kokain sicher. Mehr als die Hälfte der Verhafteten waren Nigerianer. Alles nur Zufall oder das Zeichen einer Grossoffensive?

«Bei allen vier Aktionen gab es im Vorfeld konkrete Hinweise auf Gesetzesverstösse. Es handelte sich somit um gezielte Kont­rollen», sagt Dominik Jäggi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern. Einen direkten Zusammenhang zwischen den vier Aktionen könne er nicht bestätigen. Aber: «Es werden grundsätzlich bei jeder Anhaltung Ermittlungen aufgenommen, die in der Folge auch zu neuen Hinweisen führen können.»

«Benutzt euren Körper»

Dass die Bekämpfung des Drogenhandels aufs neue Jahr hin ­intensiviert wurde, stimme auch nicht. «Das ist schon lange ein Schwerpunkt, der vom Gemeinderat definiert wurde», so Jäggi. Seitens Kapo sieht man in den vielen Meldungen also nichts Aussergewöhnliches.

Anders klingt das seitens der Reitschule. Den Handel und den Konsum von harten Drogen in und um die Reitschule lehne man ab. «Wir wollen ein Polit-, Begegnungs- und Kulturzentrum sein und nicht ein stadtbekannter Drogenumschlagplatz», schreiben die Reitschüler in einer Mitteilung.

Dennoch sei das übergriffige Verhalten und das «Racial Profiling» der Polizei abzulehnen, zumal das Drogenproblem nicht mit Repression zu lösen sei. Die Reitschule fordert die Besucher auf, per Mail «Videos, Fotos und Gedankenprotokolle» von Vorfällen zu senden.

Linksextreme Gruppen gehen gar noch weiter. «Zeigt euch beim nächsten Angriff solidarisch, benutzt eure Stimme und euren Körper, um Widerstand zu leisten», schreiben sie auf Facebook.

«Wir haben von diesen Aufrufen Kenntnis», sagt Dominik Jäggi.

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