Bern

Raclette auf dem Parkplatz

BernDas erste Projekt des Vereins Platzkultur für die Schützenmatte ist ­bekannt: In den Wintermonaten wird in einem Zirkuszelt Raclette verkauft.

In den Wintermonaten gibt es auf der Schützenmatte Raclette. <i>Visualisierung: Verein PlatzKultur</i>

In den Wintermonaten gibt es auf der Schützenmatte Raclette. Visualisierung: Verein PlatzKultur

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Seit Anfang Oktober ist der Verein Platzkultur damit betraut, die dreijährige Zwischennutzung auf der Schützenmatte zu leiten. Vorher fand hier jeweils im Sommer das Neustadt-Lab statt, wovon ­einige der Installationen noch zeugen: beispielsweise die Parkbar mit der Kegelbahn oder die Polarbar.

Nächste Woche nun wird ein weiterer Container angeliefert, der im Mittelpunkt des Platzes als Bar und Küche genutzt werden soll. Das war das Einzige, was das Konzept von Kevin Liechti und Christoph Ris vom Verein Platzkultur als fix installierten Mittelpunkt vorsah.

Wollen im Winter auf der Schützenmatte Raclette verkaufen: Kevin Liechti und Christoph Ris vom Verein Platzkultur. Foto: Claudia Salzmann

«Den neuen Container und die Polarbar überdachen wir mit einem Zirkuszelt», sagen die beiden. Dafür fehlt noch eine Bewilligung, für die ihr Verein in einem gebührenbefreiten Verfahren ein Gesuch einreichen muss.

Im Zelt soll Raclette serviert werden, wie es in einer Stellenausschreibung des Nachtlokals Kapitel heisst. «Raclette wird mit Festzelten und einem grossen Käse gleichgesetzt. Wir wollen davon ­wegkommen», sagt Dino Dragic-Dubois vom Kapitel. Es solle ­vielmehr sein «wie daheim, mit eigenem Öfeli und ohne Stress».

Der Käse kommt aus lokaler Produktion. Auch Veganer kommen auf ihre Kosten: Der Grüne Gaumen werde in einer Jurte tierproduktfreies Raclette anbieten.

Wechsel bei Gastroangebot

Der Berner Gemeinderat störte sich bei der vorletzten Ausgabe des Neustadt-Labs daran, dass es zu viele kommerzielle Gastro­angebote gegeben habe. Droht mit dem Racletteangebot nicht auch diese Gefahr? «Nein, wir brauchen ein vernünftiges ­Verpflegungsangebot», erwidert Christoph Ris.

Liechti fügt an: «Dies wird im kleineren Teil des Zeltes sein, der Rest ist für alle frei nutzbar.» Auch werde das 500 Quadratmeter grosse Zelt nicht die ganze Schützenmatte vereinnahmen, es habe viel Platz für Ideen.

Ausserdem werde das kulinarische Angebot nicht fix bleiben, sondern wechseln und neu vergeben. «Jetzt gerade sind wir froh, dass das Kapitel einen konkreten Vorschlag eingebracht hat», so Liechti.

Nebst dem Gastroangebot ­haben Ris und Liechti noch wenig Fixes im Programm. «Zuerst melden sich immer die, die Geld machen wollen», sagt Ris. Damit meint er Musiklabels, die Partys organisieren wollen. Man sei mit einigen vielversprechenden Projekten im Austausch, von denen noch keines spruchreif sei. «Wir haben im Moment wegen des Bürokrams kaum Zeit, vor Ort zu sein», ­bedauert Ris.

Überdosis Käse?

Nicht nur auf der Schützenmatte werden diesen Winter Käsespeisen angeboten: Auf der Grossen Schanze lädt Starkoch Werner Rothen zum Fondue ein, auf der Kleinen Schanze tischen Punktekoch Markus Arnold und der Gastronom Tom Weingart am Sternenmarkt Fondue auf, und im Ringgenpärkli gibt es Jumi-Käseschnitten von Oskar Elch. Darin sieht Christoph Ris kein Problem: «Dort gibt es Fondue, mit Raclette machen wir ja was anderes.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.10.2018, 20:34 Uhr

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