Pulver: «Rückkehr in die Politik ist möglich»

Die Arbeit als Regierungsrat sei anstrengend gewesen, sagte Bernhard Pulver (Grüne). Er tritt aber nicht nur deshalb nicht mehr zu den Wahlen an.

Tritt 2018 zurück: Regierungsrat Bernhard Pulver.

Tritt 2018 zurück: Regierungsrat Bernhard Pulver.

(Bild: Andreas Blatter)

Marius Aschwanden

Von allen amtierenden Regierungsräten liess sich Bernhard Pulver (Grüne) am längsten Zeit für eine Entscheidung. Er habe sich diese auch nicht leichtgemacht, sagte er gestern anlässlich einer kurzfristig anberaumten Medienkonferenz. Schliesslich seien aber drei Gründe ausschlaggebend dafür gewesen, dass er 2018 nicht mehr für den Regierungsrat kandidieren wolle. Erstens seien zwölf Jahre eine «abgerundete Zeit» für ein solches Amt.

Pulver sei auch nie davon ausgegangen, dass er länger bleiben wolle als drei Amtszeiten. Zweitens sei irgendwann die Zeit gekommen, neue Ideen zu tanken. «Ich möchte mich wieder auf andere Art engagieren, und jetzt ist für mich persönlich der richtige Zeitpunkt, um dies zu tun», so Pulver.

Und drittens sei die Arbeit als Regierungsrat sehr anstrengend. «Privatleben, Freizeit, Wohl­befinden leiden stark.» Die Dauerpräsenz lauge zudem aus – auch wenn dies bei ihm noch nicht der Fall sei, wie Pulver sofort ergänzte. Trotzdem brauche er Zeit zum Durchatmen.

Keine Rolle für den Entscheid habe die bürgerliche Wende vor einem Jahr gespielt. Zwar habe es im letzten Jahr mehr Entscheide innerhalb der Regierung gegeben, mit denen er nicht einverstanden gewesen sei. Ausschlaggebend sei das aber nicht gewesen. «Die Kultur innerhalb der Regierung hat sich auch nicht so gross verändert», sagte Pulver.

Nach seinem Rücktritt 2018 will sich Bernhard Pulver zuerst ein paar Monate Zeit nehmen, bevor er eine neue Aufgabe anpacken werde. Wie diese aussehen könnte, wollte er gestern noch nicht sagen. Er könne sich vieles vorstellen. Klar ist für Pulver, dass er sich auch künftig «für das Gemeinwohl und die Menschen» einsetzen wolle. Nicht ausschliessen ­könne er eine Kandidatur für den Ständerat im Jahr 2019 oder eine Tätigkeit an der Universität.

Pulver wurde 2006 in den Berner Regierungsrat gewählt und übernahm sogleich die Erziehungsdirektion. 2010 und 2014 wurde er mit Glanzresultaten in seinem Amt bestätigt, 2010 sogar mit dem besten ­Ergebnis aller Regierungsräte. Pulver lebt mit seinem Partner in Bern.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt