Flamatt

Puff in Flamatt bleibt geschlossen

Flamatt Die Behörden haben eine Bar samt Massagesalon nun definitiv geschlossen: Die Polizei hatte Kokain in der Bar gefunden. Der Betreiber wehrt sich gegen die Schliessung. Doch das Kantonsgericht lässt ihn abblitzen.

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Die Starlight-Bar mit sechs Zimmern für Prostituierte hatte in den letzten Jahren ihre Bewilligung jeweils nur für sechs Monate erhalten: Die Behörden schlossen die Bar am Flamatter Bahnhof mehrmals provisorisch und gewährten dem Betreiber keine Bewilligung auf längere Dauer.

Weil der Betreiber immer wieder gegen die Auflagen verstossen hatte – bei einer Durchsuchung fand die Polizei beispielsweise 36 Gramm Kokain in der Bar –, entzog die kantonale Sicherheits- und Justizdirektion dem Betreiber die Patente im Januar definitiv. Er wehrte sich dagegen und ging vor das Freiburger Kantonsgericht.

Der Salonbetreiber argumentierte, er habe nichts vom Kokain gewusst: Er habe einen Kollegen kurzfristig Unterschlupf gewährt. Als Dank habe dieser sich als Türsteher engagiert. Er sei aber nicht offiziell angestellt gewesen. Dass zwei Prostituierte keine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung mehr hatten, sei auch nicht sein Problem: Er überprüfe nicht jeden Tag deren Bewilligungen. Es sei unverhältnismässig, dass die Sicherheits- und Justizdirektion ihm deswegen die Patente entziehe.

Das Kantonsgericht sieht dies aber anders, wie dem veröffentlichten Urteil zu entnehmen ist. Der Betrieb sei schon mehrmals wegen Mängeln und Gesetzesverstössen geschlossen worden. Auch sei die Frau, welche zusammen mit dem Beschwerdeführer die Starlight-Bar leitete, letzten Sommer verurteilt worden, weil sie einer Prostituierten eine Aufenthaltsbewilligung verkaufen wollte.

Zudem habe sie im Namen einer Prostituierten Mobiltelefone gekauft und auf deren Namen Abonnemente abgeschlossen. Und als die Bar im letzten Dezember geschlossen wurde, fand die Polizei in einer Schublade der Bar eine Pistole.

«Teils gravierende Vorfälle»

«Aufgrund dieser wiederholten und teilweise gravierenden Vorfälle ist es offensichtlich, dass im Betrieb des Beschwerdeführers schwerwiegende unordentliche Zustände herrschten», schreibt das Gericht. Ob der Mann in den Kokainhandel verwickelt sei – was noch untersucht werde – sei unerheblich: «Massgeblich ist vielmehr, dass es dem Beschwerdeführer als Bewilligungsinhaber oblag, für die erforderliche Ordnung zu sorgen und seine Überwachungspflichten zu übernehmen.»

Diese Pflichten habe er in gravierender Weise vernachlässigt. Der Kokainhandel – welchen seine Angestellten, die Prostituierten, durchführten – habe sowohl für die Prostituierten als auch für die Kunden eine Gefahr dargestellt. Auch sei es am Patentinhaber, zu kontrollieren, dass alle Angestellten über die nötigen Aufenthaltspapiere verfügten.

Kurz und gut: Die Sicherheits- und Justizdirektion habe dem Betreiber die Patente nicht nur wegen des Kokainhandels entzogen, sondern als «Folge einer ganzen Reihe von schwerwiegenden Verstössen im Betrieb». Darum seien die Patente zu Recht definitiv entzogen worden. (Freiburger Nachrichten)

Erstellt: 21.04.2017, 09:50 Uhr

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