Bremgarten

Post entschuldigt sich für Drohnen-Überflüge

BremgartenDie Gemeinde Bremgarten ist von der Post über Testflüge mit Drohnen nicht vorgängig informiert worden. Sie drängt nun darauf, dass die Flugroute vom Dorfzentrum wegverlegt wird.

Über Bremgarten unterwegs: Eine Postdrohne mit vier Propellern und gelbem Transportbehälter.

Über Bremgarten unterwegs: Eine Postdrohne mit vier Propellern und gelbem Transportbehälter. Bild: Nicole Philipp

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im vergangenen Monat hat die Post Drohnenflüge zwischen den Spitälern Tiefenau und Insel getestet. Ziel der Insel-Gruppe ist es, Laborproben schneller als bisher mit Autokurieren oder Taxis zu transportieren. Denn im Notfall zählten Minuten, um Leben zu retten.Die Route der Drohnenflüge führte aber nicht auf kürzestem Weg via Länggasse, sondern über Bremgarten, Aare und Bremgartenwald.

Denn hier stünden keine Hochhäuser, Krane oder Leitungen im Weg, erklärte die Post-Innovationschefin Claudia Pletscher beim Start der Testflüge. Die Gemeinde Bremgarten ist nicht vorinformiert worden, obwohl die Route praktisch über das Dorfzentrum führt. Der Gemeinderat hat daher eine Aussprache verlangt und sich letzten Dienstag mit Vertretern der Post getroffen, wie er am Donnerstag mitteilte.

Die Post habe sich in aller Form bei der Gemeinde für deren Nichteinbezug und die schlechte Kommunikation entschuldigt, heisst es im Communiqué. Zu Beginn der Planungen vor einem Jahr sei ein Flugkorridor weiter südlich vorgesehen gewesen. In der Detailplanung sei die Route nach Norden verlegt worden und die Information an die Gemeinde Bremgarten «schlichtweg vergessen» gegangen.

Lärmklagen und Absturzangst

Der Gemeinderat stört sich aber nicht bloss an der Kommunikation. Er kritisiert, dass die Flüge über bewohntem Gebiet und über Gebäuden mit besonders zu schützenden Personen oder grösseren Menschenansammlungen stattfanden. Betroffen sind auch bewohnte Gebiete auf Stadtberner Boden (Felsenau und Tiefenau). Zudem äusserten mehrere Anwohner ihren Unmut über die Drohnenflüge. Sie klagten über den Lärm der Fluggeräte und äusserten Sicherheitsbedenken.

Die Testroute

Keine Zwischenfälle

Laut der Post gab es bei den hundert Flügen während des zwei­wöchigen Testbetriebs keine Zwischenfälle. Sprecherin Léa Wertheimer betont, die Post sei gesprächsbereit. Zur Evaluation von Tests gehöre, die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zu analysieren und unter anderem die Flugroute zu überprüfen. Die Post werde die Gemeinde über die weiteren Schritte frühzeitig informieren. Für die Bewilligung solcher Drohnenflüge ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt zuständig. Wie sich Gemeinden gegen eine Bewilligung wehren können, ist nicht klar, da die rechtlichen Grundlagen fehlen, wie der Gemeinderat von Bremgarten ausführt.

Bleibt die Frage, ob die Insel-Gruppe mit dem Drohnentest zufrieden ist. Der Transport habe wie geplant funktioniert, heisst es auf Anfrage. Die Lieferzeiten seien im Vergleich zu vorher deutlich verringert, und die Sicherheit der transportierten Flüssigkeiten – Attrappen, noch keine Laborproben – sei gewährleistet gewesen. Post und Insel-Gruppe sind daran, die Testergebnisse im Detail auszuwerten, und werden gemeinsam in den nächsten Wochen über die Weiterführung des Projekts entscheiden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.07.2018, 18:59 Uhr

Artikel zum Thema

Drohnenverkehr zwischen Berner Spitälern

Bern Zwischen Tiefenau- und Inselspital sind neu Drohnen unterwegs. Sie transportieren Laborproben. Es gehe um Zeitgewinn, nicht um Einsparungen, sagen die Projektleiter. Mehr...

Drohnenpiloten stellen Wildhüter vor ganz neue Probleme

In der Schweiz sind immer mehr Drohnen unterwegs. Doch man darf sie nicht überall steigen lassen. Im Kanton Bern befinden sich die Freiräume vor allem in den Voralpen – ausgerechnet dort, wo viele Vögel brüten. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Die Welt in Bildern

Überflieger: Eine F-16 des türkischen Stern-Akrobatik-Teams zeigt bei der Teknofest Flugshow in Istanbul, zu was die Maschine fähig ist. (20 September 2018)
(Bild: Osman Orsal) Mehr...