Pop-up auf dem Helvetiaplatz

Bern

Mosaik zum Zweiten: Auf dem Berner Helvetiaplatz startet das Pop-up «Jean-Jacques Schnègg». Party soll es dort keine geben.

Camil Schmid (Bild) vom Label Mosaik eröffnet am Helvetiaplatz für 60 Tage eine Bar. Das Essen kommt von Punktekoch Markus Arnold.

Camil Schmid (Bild) vom Label Mosaik eröffnet am Helvetiaplatz für 60 Tage eine Bar. Das Essen kommt von Punktekoch Markus Arnold.

(Bild: Nicole Philipp)

Claudia Salzmann@C_L_A

Seit neuestem ist auch der Helvetiaplatz mit den Stadtmöbeln bestückt. Und ab Donnerstag startet dort das Pop-up-Projekt «Jean-Jacques Schnègg». Dahinter steckt nicht der kantonale Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg, sondern das Label Mosaik von Camil Schmid und Dominic Kummer. Es ist für Mosaik bereits die zweite Anfrage vonseiten der Stadt, einen Platz zu beleben.

Vor zwei Jahren fragte mit Reto Nause (CVP) die Sicherheitsdirektion das Trio an, die Einsteinterrasse zu bespielen, damit die Anzahl der Gewaltdelikte sinkt. Die dortige Sommerbar «Peter Flamingo» hätte Mosaik heuer zum dritten Mal durchführen wollen, doch sie ist derzeit vom Kanton Bern als Gebäudebesitzerin blockiert. In der nächsten Zeit sollte ein Entscheid fallen, sagt Schmid. Wann genau, sei unklar.

Punkto Helvetiaplatz klopfte das Tiefbauamt bei Mosaik an, weil bei die Gastrolokalen rund um den Platz kein Interesse für die Gastro-Zwischennutzung bestand. Bei diesem Projekt geht es nicht um Sicherheit, sondern um eine Umgestaltung, die der Gemeinderat wünscht. Im April hatte eine Jury aus 20 Eingaben das Siegerprojekt für die gesamte Neugestaltung des Platzes ausgewählt: «Coquilles Saint-Jacques» – Jakobsmuschel – heisst das Projekt, das mehr Bäume, weniger Parkplätze, engere Strassen und mehr nutzbare Grünfläche vorsieht.

Entschleunigen statt Party

Mosaik hat eine Festwirtschaftsbewilligung für 60 Tage. «Während andere Pop-up-Macher Container nutzen, sind wir einen Schritt weiter und stellen eine Orangerie auf», sagt Schmid. Damit meint er ein Treibhaus, das früher für die Überwinterung von Zitrusfrüchten eingesetzt wurde. Es passe zu den Museen, weil es Ruhe und Gemütlichkeit ausstrahle.

Wer denkt, dass «Jean-Jacques Schnègg» der Ersatz für «Peter Flamingo» wird, liege falsch: «Wir machen nicht Jubel-Trubel, sondern sorgen für Entschleunigung», so Schmid. Getränkemässig setzen sie auf diverse Gins, beim Essen aufs Können von Punktekoch Markus Arnold. Er kocht in der Steinhalle im benachbarten Historischen Museum.

Die Stadtbehörden geben damit wieder Mosaik den Zuschlag für einen öffentlichen Platz. «Wir erwarten das ja nicht, aber sind froh, dürfen wir das machen. Wir haben gezeigt, dass wir Pop-ups im Griff haben», sagt Schmid.

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