Polizei leistete 25'000 Stunden für YB und SCB

Bern

Die Stadt Bern möchte die Vereinbarung mit den beiden Stadtberner Sportklubs über die Beteiligung an Sicherheitskosten bis 2022 verlängern. Alleine letzte Saison stand die Polizei knapp 25'000 Stunden im Einsatz.

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Zwischen Sommer 2014 und Sommer 2017 trug der SC Bern insgesamt 111 Spiele in der Postfinance-Arena aus. Dabei entstanden Sicherheitskosten von rund 1,39 Millionen Franken: 13'948 Einsatzstunden leistete die Polizei, das sind im Schnitt etwas mehr als 125 Stunden. In der polizeilichen Grundversorgung vereinbart sind 200 Stunden pro Heimspiel, wodurch sich der Hockeyklub nicht an den Kosten beteiligen musste.

Anders die Young Boys: Sie spielten im selben Zeitraum zwar «nur» 76-mal im heimischen Stade de Suisse, die Polizeikosten betrugen angesichts eines Aufwandes von 46'508 Stunden (im Schnitt 612 Stunden pro Heimspiel) 4,65 Millionen Franken. Davon hat die Stadt Bern dem BSC YB rund 1,27 Millionen Franken in Rechnung gestellt.

1.50 Franken pro Zuschauer

Diese Abwälzung erfolgte auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen Stadt und den beiden Sportklubs. So müssen diese pauschal 1.50 Franken pro anwesenden Zuschauer entrichten. Ausserdem müssen sie sich mit bis zu 60 Prozent an den Sicherheitskosten beteiligen, sofern diese die polizeiliche Grundversorgung überschreiten.

Die aktuelle Vereinbarung besteht seit der Saison 2014/15 und läuft diesen Sommer aus. Stadt und Sportklubs haben sich geeinigt, die Vereinbarung bis 2022 zu verlängern. «Der Gemeinderat ist nach wie vor der Ansicht, dass das aktuelle Abgeltungsmodell den Begebenheiten der beiden Klubs gerecht wird», lässt sich Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause in einer Mitteilung zitieren.

Das Kostendach solle beibehalten werden, damit die Klubs mit eigenen Mitteln versuchen, präventiv zu arbeiten. Der Stadtrat muss der Vereinbarung aber auch noch zustimmen.

Sinkende Kosten seit 2010

In der letzten Saison 2016/17 leistete die Polizei für YB und SCB insgesamt 24'980 Stunden, so viel wie nie seit dem Bestand der aktuellen Beteiligungsvereinbarung. Und doch sind es massiv weniger als 2009 oder 2010, als die Polizei für beide Vereine über 41'000 Stunden im Einsatz stand.

Seit 2010 haben der Polizeiaufwand und damit auch die Kosten tendenziell abgenommen. Mit ein Grund dafür ist die Vereinbarung zur Kostenbeteiligung zwischen der Stadt Bern und den Vereinen, die ursprünglich 2009 in Kraft getreten ist und für die Klubs den Anreiz schafft, Massnahmen zu treffen, um die Gewalt und die Sicherheitskosten zu reduzieren.

Die Schwankungen in den vergangenen drei Saisons sind auf die unterschiedliche Anzahl von Heimspielen zurückzuführen: Im Sommer 2016 empfing YB in der Champions-League-Qualifikation mit Mönchengladbach einen Publikumsmagneten, erreichte danach die Gruppenphase der Europa League. In der Saison 2015/16 hingegen schieden die Young Boys gegen Karabach schon vorzeitig aus dem Europacup aus.

mb/pd

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