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Politischer Kantersieg für neuen Jugendclub

Mit bloss einer Gegenstimme hiess der Stadtrat den Baukredit von 1,95 Millionen Franken für den Jugendclub an der Nägeligasse gut. Der Lärmfrage soll aber Beachtung geschenkt werden.

Wird gebaut: Jugendclub an der Nägeligasse direkt über der Aare.
Wird gebaut: Jugendclub an der Nägeligasse direkt über der Aare.
Jürg Spori

High-Five am Donnerstagabend auf der Tribüne des Stadtrats: Jugendliche Mitglieder des Vereins Tan-kere, der den künftigen Jugendclub an der Nägeligasse tragen wird, feierten den klaren politischen Sieg.

Mit 62 zu 1 Stimme ­genehmigte das Parlament den Baukredit über 1,95 Millionen Franken für das Jugendprojekt in den ehemaligen Räumen der Sanitätspolizei. Die Gegenstimme kam von Erich Hess (SVP).

Für ihn war es nicht auszuhalten, dass ein mit Steuergeldern ge­fördertes Projekt kommerzielle Bars und Clubs in der Stadt, die ökonomisch teilweise hartes Brot essen, konkurrenziert. Aber Hess war allein auf weiter Flur, selbst in seiner eigenen Partei.

Jugendliche Lärmsensibilität

Quer durch alle Parteien lautete der zustimmende Tenor etwa so: Die Stadt Bern braucht dringend einen Party-, Konzert- und Meetingpoint für Jugendliche ab 16 Jahren, und zwar relativ dringend, auch als Entlastung von Brennpunkten wie dem Vorplatz der Reitschule.

Und weil sich die künftigen jugendlichen Betreiber, unterstützt vom städtischen Jugendamt, seit rund zwei Jahren mit unüblich langem Atem für das von Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) und Alt-Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) vor vier Jahren lancierte Projekt einsetzen, verdienten sie sich das politische Wohlwollen.

Mehrere Fraktionssprecher, aber auch Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) attestierten den Jugendlichen zudem hohe Sensibilität – auch bezüglich des sich anbahnenden Lärmproblems.

Das Lärmproblem! Es war der einzige Punkt, bei dem so etwas wie eine politische Debatte aufkam. Bewohner des vis-à-vis ge­legenen Altenberg-Rabbental-Quartiers fürchten angesichts der Cluböffnungszeiten bis 5 Uhr früh um ihre Nachtruhe und haben Einsprachen angekündigt.

Thomas Berger (JF) versuchte zu entwarnen. Es sei zwar richtig, dass der Club über kein Fumoir verfügen werde und die Leute zum Rauchen an die frische Luft kämen. Aber es gebe eine Lärmschutzschleuse, die verhindere, dass Konzertlärm aus dem Innenraum dringe.

Statthalterlicher Grosjean

Claude Grosjean (GLP), der am 21. Mai den amtierenden Regierungsstatthalter Christoph Lerch herausfordert, machte in seinem politischen Amt als Stadtrat einen quasi statthalterlichen Vorschlag: Er plädierte dafür, die Tankere als Pilotprojekt einen Sommer lang laufen zu lassen und aufgrund der Erfahrungen allenfalls das Betriebskonzept zu modifizieren oder den Lärmschutz zu verbessern.

Ähnlich argumentierte Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL). Er versprach, sich im Baubewilligungsverfahren noch einmal intensiv mit der Lärmfrage zu befassen und je nachdem über die Bücher zu gehen. Auf jeden Fall solle verhindert werden, dass das hoffnungsvolle Jugendprojekt zum juristischen Langzeitpatienten werde.

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