Politische Premiere am Grand Prix von Bern

Bern

Am Grand Prix von Bern gibt es kommenden Samstag eine politische Premiere: Mit Alec von Graffenried (GFL) läuft zum ersten Mal der Stadtpräsident am GP mit.

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Ralph Heiniger

Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) ist Stammgast am Altstadt-Grand-Prix von Bern. Zum ersten Mal ging er im Jahr 2000 an den Start, insgesamt hat er bereits 15 Altstadt-GPs zurückgelegt. Seine persönliche Bestzeit stammt aus dem Jahr 2012 und liegt bei 22 Minuten und 30 Sekunden.

Zum ersten Mal nimmt von Graffenried die Strecke dieses Jahr als Stadtpräsident in Angriff. «Ich bin leider gar nicht gut vorbereitet», räumt er ein. Sein Training habe unter seinem Amt etwas gelitten. «Es reicht mir nur noch für eine Runde pro Woche.»

Der Stadtpräsident hat zwei bevorzugte Trainingsrunden. Die kleine führt ihn von seinem Zuhause zum Ostermundigenberg und wieder retour, die grosse vom Schönausteg zur Hunzikenbrücke und zurück. «Dafür brauche ich von mir zu Hause aus etwa eine Stunde und 15 Minuten.»

Die körperliche Bewegung sei für ihn sehr wichtig, betont von Graffenried, besonders ehrgeizig sei er im Sport aber nicht. Für Bestzeiten sei im Gemeinderat sowieso Michael Aebersold (SP) zuständig, so der Stadtpräsident. «Er ist beim Laufen die klare Nummer eins der Stadtre­gierung.»

Aebersold, der Läufer

In der Tat hat der neue Berner Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) mehr sportlichen Ehrgeiz als der Stadtpräsident. Er ist der erste Gemeinderat seit Kurt Wasserfallen (FDP) im Jahr 2000, der die vollen 10 Meilen des Grand Prix absolvieren wird. Eine Randnotiz: Wasserfallen war Chemiker, genau wie Aebersold.

Für Aebersold ist es bereits die 18. Teilnahme am Grand Prix von Bern. «Die Ambiance am Grand Prix ist einfach genial, es ist ein Erlebnis den Grand Prix zu laufen», sagt er. Seine Bestzeit von 1:06:26 stammt aus dem Jahr 1999. Jahrelang trainierte Aebersold etwa dreimal die Woche, er lief auch an vielen anderen Wettkämpfen mit und absolvierte Marathonläufe – den Jungfrau-Marathon hat er zum Beispiel zweimal gemacht. «Mittlerweile laufe ich nur noch für die Freude am Sport.»

Mit 1:29:12 ist Aebersolds Zeit vom letzten Jahr aber noch immer ordentlich. Und für die Zukunft hat der städtische Finanzdirektor sogar noch sportliche Ziele, die über die Teilnahme am GP hinausgehen. «Ich werde noch einmal einen Marathon laufen. Mit seriösem Training können das alle schaffen.»

Auf dem Weg zur Mehrheit?

Möglich ist, dass es in diesem Jahr noch zu einer weiteren politischen Premiere am GP kommt. Es könnte das erste Mal sein, dass die Mehrheit der Stadtregierung am GP teilnimmt.

Seit 2013 hat Sportdirektorin Franziska Teuscher (GB) nämlich jeweils am Altstadt-GP teilgenommen, auch dieses Jahr hat sie sich angemeldet. Doch Teuschers Start ist noch offen: «Dieses Jahr will ich das erste Mal am Frauenlauf die 10-Kilometer-Strecke rennen, daher hat dieser Lauf für mich Priorität.» Wenn aber das Wetter und die Laune am nächsten Samstag mitspielen würden, werde sie auch am GP teilnehmen, so die Sportdirektorin.

Berner Zeitung

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