Politisch richtig

Der Kommentar von Stephan Künzi zur Abstimmung über die neue ARA Muntelier

Die Abstimmung um den Neubau der ARA in Muntelier ist umstritten. Bild: Aldo Ellena

Die Abstimmung um den Neubau der ARA in Muntelier ist umstritten. Bild: Aldo Ellena

Stephan Künzi

Aus Berner Sicht kann man über die Informationssperre, die der ARA-Verband Seeland-Süd für den Urnengang zum umstrittenen Neubau in Muntelier verhängt hat, nur den Kopf schütteln. Über ein Abstimmungsergebnis erst mit anderthalb Tagen Verzögerung zu informieren, käme im Bernbiet jedenfalls wohl kaum jemandem in den Sinn.

Zu alltäglich ist es hier, auch über gemeindeübergreifende Grossprojekte an den Gemeindeversammlungen abzustimmen und damit in Kauf zu nehmen, dass die Abstimmungen gestaffelt über die Bühne gehen. Nun kann man das Verhalten der ARA-Verantwortlichen damit begründen, dass Freiburg eine andere Gesetzeslage und auch eine andere politische Kultur kennt.

Tatsächlich wirkt das beschlossene Vor­gehen wie ein letzter Versuch, die im Kanton Freiburg bei solchen Entscheiden geforderte Gleichzeitigkeit erfüllen zu können. Wobei dies ja auch so nur halbwegs gelingt: Wenn am Dienstagvormittag die Resultate endlich verkündet werden sollen, haben sich erst die zwölf Freiburger Gemeinden und das bernische Münchenwiler zum Projekt geäussert.

In vier weiteren Berner Gemeinden werden die Würfel erst noch fallen.Diese Einsicht hat nun offenbar auch im Freiburgischen Fuss gefasst. Anders ist es kaum zu erklären, dass die Gemeinde Kerzers ausscheren und bereits am Sonntag ihr Resultat veröffentlichen will. Sie kommt damit nicht nur dem nach, was im Freiburger Gesetz ebenfalls steht, sondern handelt auch politisch richtig, denn: Wer will schon unnötig lange warten, bis klar ist, wie es um die neue ARA steht?

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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