Platzkonzerte, Pizza und Primitivo

Am Eigerplatz macht am Samstag neben den zahlreichen Gastrolokalen ein weiteres auf. ­Hinter Da Rina steckt die ­Familie Mettimano, die mehr als Pizza im Sinn hat.

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Arnaldo Mettimano blickt stolz ins Lokal, wo er ab Samstag ­wirten wird. «Hier in der Hausnummer zehn wird weiterhin die Vinothek sein», sagt der gebürtige Italiener und führt ins neu gebaute Da Rina. «Und hier ist das Restaurant.» Der Anblick ist ungewöhnlich, oben auf eingebauten Böden stehen ­Tische und Stühle, unten die Schauküche. Von den verschiedenen Ebenen kann der Gast den Pizzaiolos und Köchen zuschauen. Durch die hohen Fenster kommt viel Licht ins Lokal, und die Aussicht auf Parkfelder, Strassen und Tramhalte­stelle könnte nicht urbaner sein. «Ich mag das Stadtleben, und hier fühle ich mich daheim», sagt Mettimano. Bis Ende Juni führt er die WKS-Cafeteria und manche könnten ihn vom ehemaligen Restaurant Luna Rossa kennen.

Nicht nur der 43-jährige Mettimano verbrachte lange Zeit hier, sondern auch seine ­Eltern, die seit 27 Jahren am ­Eigerplatz einen Pizza-Take-away führen. Ihr Sohn Arnaldo Mettimano bekam bei seinem Vorhaben Unterstützung: Iwan Hauck aus Köniz, der Zigarren aus der Dominikanischen Republik produziert, liefert auch hierher. Denn im ersten Stock wurde im Büro ein Raum zur Zigarrenlounge ausgebaut. Das Gesuch sei noch hängig. Für seinen Zigarrenclub hofft er auf rund 40 Mitglieder. Die Member werden mit Badges ausgestattet, ­damit sie selbstständig in die ­Lounge eintreten können.

2019 kommt die Eiswerkstatt

Das Lokal ist allerdings nicht nur auf Pizzas und Zigarren ausgelegt: Morgens wollen Mettimanos eine ­Adresse für guten Kaffee sein, im Lokal justiert gerade Mark Käppeli von Blasercafé die Kaffeemaschine. Mittags werden Menüs gekocht und acht verschiedene Pizzas angeboten. Einen Holzofen sucht man vergebens, hinten in der Küche stehen moderne Stahlöfen. Abends wird aus 35 Pizzavarianten und 13 Pasten ausgewählt. Passend dazu einen italienischen Wein, sei es ein Primitivo oder eine Rarität. Und nächstes Jahr wird im ein paar Schritte entfernten Take-away der Eltern eine zweite Niederlassung der Eiswerkstatt eröffnen. ­Dahinter steckt Thomas Baumann vom Alten Tramdepot.

Da Nino, Tien Tien, Simpel und Restaurant Eiger – mit der Neueröffnung von Da Rina kommt ein weiteres Lokal dazu. Der Platz wurde bis letzten Sommer umgebaut und die umliegenden Lokale sehnten sich ein Ende der Bauarbeiten, da bei manchen die Kunden wegblieben.

Konzerte auf dem Eigerplatz

Nun ist wieder Normalität eingekehrt und auch etwas mehr Ruhe. «Mit dem Kreisel hat sich der Verkehr beruhigt», sagt Mettimano. Aber natürlich sei hier immer noch ein Knotenpunkt. Der Platz sei früher noch mehr wie eine Piazza gewesen, «voll mit Italienern». Vermehrt Leute herlocken will Mettimano auch mit Konzerten von Jazzschülern. Bis die Bewilligung für Open-Air-Konzerte eintrifft, spielen sie drinnen. Ähnliches haben auch die Lokale Eiger und Simpel vor. Im Juli und August sind Platzkonzerte geplant. «Damit wollen wir nicht nur mehr Leute ins Quartier bringen, sondern auch die Quartierleute aktivieren», sagt die Eiger-Wirtin Luisa Neuenschwander.

Während sie keine Meinung zum neuen Lokal vertritt, sagt ­Nino Bucolo von der Pizzeria Da Nino dazu: «Sicher werden wir die Neueröffnung im ersten Monat spüren, da die Leute wohl ausprobieren gehen.» Er führt seine Pizzeria seit 18 Jahren. Konkurrenz fürchte er allerdings nicht, bei ihm sei das Lokal jeden Abend voll, und er sei von seinen Produkten überzeugt. Deshalb schlafe er ­genau gleich gut.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 14:08 Uhr

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