Unklare Zukunft für Peter Flamingo

Bern

Ob die Bar Peter Flamingo auf der Grossen Schanze diesen Sommer wieder öffnet, ist noch unklar.

<b>Auf der Einsteinterrasse</b> gibt es möglicherweise keine Sommerbar.

Auf der Einsteinterrasse gibt es möglicherweise keine Sommerbar.

(Bild: Claudia Salzmann)

Claudia Salzmann@C_L_A

Apéro bei Sonnenuntergang, Yoga an der frischen Luft, Brunchen am Samstagmorgen und dazu immer wieder das Quietschen der SBB-Züge, die Bern verlassen – so konnte man seinen Sommer in den letzten Jahren mitten in der Stadt auf der Einsteinterrasse verbringen. Anfang Juni hätte die Sommerbar Peter Flamingo in die dritte Runde gehen sollen.

Doch der Kanton als Besitzerin der Einsteinterrasse hat ein Machtwort gesprochen und will keine Bar, wie «Der Bund» vermeldet. Der Grund: statische Bedenken sowie bereits aufgetretene bauliche Schäden. Schon das Vorgängerprojekt am selben Standort, der City Beach, kämpfte mit ähnlichen Problemen und musste 2013 aufgeben.

Die Statik der Terrasse wurde in den Folgejahren verschiedentlich von den Ingenieuren des Büros Hartenbach & Wenger untersucht. Dabei kamen sie zum Schluss, dass eine Nutzlastbeschränkung von 500 Kilogramm pro Quadratmeter zulässig sei und kein Problem darstelle. Im Hinblick auf Peter Flamingo wird weiter festgehalten: «Die Installationen lassen sich so anordnen, dass die Beschränkung eingehalten werden kann.»

Kanton will abwälzen

Der kantonale Baudirektor Christoph Neuhaus (SVP) sagte gegenüber dem «Bund» diesbezüglich, dass die Terrasse schon für geringere Belastungen nicht geeignet sei und Schäden auftreten würden. Das sei denn auch bereits geschehen.

Das Projekt Peter Flamingo habe beispielsweise zu kaputten Bodenplatten geführt. Neuhaus verlangt nun, dass die Stadt diese instand stellen soll. Dann könne das Projekt allenfalls weitergeführt werden. Die Kosten für die Instandsetzung der gesamten Grossen Schanze schätzt Neuhaus auf drei Millionen Franken.

Die Forderung des Kantons verärgert Gemeinderat Reto Nause (CVP). «Die Schäden waren schon vor dem Pilotprojekt da», sagt er. Und weiter: «Wir sanieren nicht einfach ein kantonales Gebäude.»

«Wir sanieren nicht einfach ein kantonales Gebäude.»Reto Nause, Sicherheitsdirektor

Dass die Stadtbehörden überhaupt involviert sind, hängt damit zusammen, dass sie die Grosse Schanze mit der Sommerbar beleben wollten, um die dortige Kriminalität einzudämmen.

Alle an einen Tisch

Nause ist trotz der Querelen zuversichtlich, dass Peter Flamingo durchgeführt werden kann. Denn selbst Christoph Neuhaus muss einräumen, dass die Stadt die Bewilligungsbehörde sei.

Allerdings müsse sie die Haftung übernehmen, sollte es erneut zu Problemen kommen. Nause schliesst dies nicht von vornherein aus. Er sagt aber: «Wir brauchen mehr Angaben zur Haftung, und die Schäden müssen sauber dokumentiert sein.» Der nächste Schritt sei, dass sich Stadt, Kanton und die Betreiber an einen Tisch setzten. Dies müsse aber bald geschehen, da die Bar am 1. Juni öffnen möchte.

Berner Zeitung

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