Pestalozzi kandidiert fürs Gemeindepräsidium

Köniz

Die Grünen haben ihren Spitzenkandidaten für die Könizer Gemeindewahlen 2017 nominiert: Der 53-jährige Parlamentarier Hansueli Pestalozzi aus Wabern will neuer Gemeindepräsident werden.

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Lucia Probst

Die Könizer Linke wird für die Wahlen 2017 nicht vereint in den Wahlkampf um das Gemeindepräsidium steigen. Die Grünen schicken ihren Co-Präsidenten Hansueli Pestalozzi ins Rennen. Der 53-Jährige ist nach Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP) der zweite offiziell nominierte Präsidiumskandidat. Klar ist: Auch die SP wird eine eigene Kandidatur bringen.

Pestalozzi ist ein alter Hase in der Könizer Politik. Seit elfeinhalb Jahren politisiert er für die Grünen im Parlament, wo er längst eines ihrer Aushängeschilder ist. Sechs Jahre lang war er zudem in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) aktiv. «Vor allem dank der GPK kenne ich die Könizer Verwaltung gut», sagt er. Das sei mit ein Grund dafür, dass er sich das Amt zutraue.

Im neuen Könizer Gemeinderat wird Anfang 2018 mit Thomas Brönnimann maximal noch ein bishe­riges Mitglied sitzen. Das macht Pestalozzi kein Bauchweh. «Es ist unter diesen Voraussetzungen wichtig, dass keine Neulinge übernehmen, sondern Leute mit politischer Erfahrung in Köniz.»

Die Metro und das Velo

Pestalozzi ist Biologe und arbeitet seit drei Jahren beim Bundesamt für Umwelt. Vorher war er als Spezialist für Lärmfragen in einem Ingenieurbüro tätig. Politisch liegen ihm, der im Weyergut in Wabern wohnt, vor allem Verkehrs-, Energie- und raumplanerische Fragen nahe. Insbesondere der Schutz der Naturräume und des Kulturlandes sei ihm wichtig, betont er. Als Gemeinderat würde er für eine unterirdische RBS-Linie nach Köniz lobbyieren und das Velo als platz­sparendes Verkehrsmittel fördern.

Als Co-Präsident des Wabernleists plädiert er für eine engere Zusammenarbeit zwischen Leisten und Gemeinderat. Und für eine bessere Kommunikation mit der Bevölkerung, wenn diese von Gemeindeprojekten betroffen ist. Auch die regionale Kooperation möchte er stärken. «Köniz muss dabei eine aktivere Rolle spielen.»

Strategisch – aber nicht nur

Für die Grünen wird es bei den Wahlen im September 2017 vor allem darum gehen, den Sitz ihrer Gemeinderätin Rita Haudenschild zu verteidigen, die wegen Amtszeitbeschränkung abtreten muss. Dafür hat Pestalozzi beste Karten. Als Gemeinderatskandidatin nominiert ist auch bereits Fraktionschefin Iris Widmer. Weitere Kandidaturen will die Partei Ende Januar bekannt ­geben.

Der Wahlkampf wird sich primär auf Präsidiumsebene abspielen. Pestalozzis Kandidatur dafür ist deshalb auch strategisch zu verstehen. Aber nicht nur, wie er betont. «Nichts ist ausgeschlossen.» In der Tat schnitt vor vier Jahren Rita Haudenschild im Präsidium-Wahlkampf weit besser ab als erwartet und vermochte für den zweiten Wahlgang gar den SP-Kandidaten Hugo Staub zu verdrängen.

Berner Zeitung

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